Hörspiel

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Jonas Metz

Inhaltsverzeichnis

Das Hörspiel im Unterricht

Bereits ein Jahr nach Einführung des Rundfunks (1923), werden die ersten Hörspiele ausgestrahlt. Zunächst als Hördrama bezeichnet, entwickelt es sich zu einer eigenen Literaturgattung. Noch heute erfreut sich das Hörspiel großer Nachfrage. Viele Bücher und Artikel erscheinen in Hörspielform. Jedes Hörspiel enthält einen Erzähler, der der Erläuterung von Raum und Zeit dient. Dies ist notwendig, da es eine rein akustische Übermittlungsform ist. Im Geschichtsunterricht selbst, ist das Hörspiel wenig verbreitet. Dies stößt im Allgemeinen auf Unverständnis. Ist doch gerade die Geschichte auf jede Möglichkeit der Vergegenwärtigung, Verlebendigung und Illustration angewiesen. Festzustellen ist, dass es keine kontroverse Diskussion über den Nutzen des Hörspiels im Geschichtsunterricht gibt. Es wird eher ignoriert als verworfen.

Methodische Aspekte

Um ein Hörspiel gewinnbringend im Unterricht einzubinden, sind verschiedene Schritte und Entscheidungsfelder nötig. In der Unterrichtsvorbereitung muss die Lehrkraft wissen, wie sie die Hörbereitschaft sowie die Wahrnehmungsbereitschaft der Schülerinnen und Schüler weckt. Hörverstehen- und erleben sind die grundlegenden Ziele.

Wichtige Frage müssen im Voraus gestellt werden:
- Wird das Hörspiel den Anforderungen gerecht?
- Welche Inhalte vermittelt das Hörspiel?
- Decken sich die Inhalte mit dem eigenen Wissensziel?
- Welche Vorkenntnisse setzt es voraus?
- Welche ergänzenden Materialien müssen bereitgestellt werden?

Vorteile

Lernpsychologische Untersuchungen ergeben, dass eine Beschränkung auf rein akustische Sinnesreize, einen regen geistigen Prozess auslösen. Assoziation, Vorstellungskraft und Kreativität werden geschult. Elfriede Höhn stellte bereits 1955 die Verbindung von Emotionen/ Phantasie und behalten/ vergessen von Inhalten her. "Dies unterstützt die Vergegenwärtigung, Verlebendigung und Illustration nachhaltig."[1]

Nachteile

Ein möglicher Grund für die Nichtberücksichtigung des Hörspiels im Unterricht, ist die mangelhafte Qualität vieler Aufnahmen. Die Ähnlichkeit zu verpönten Geschichtserzählung könnte einen weiteren Grund darstellen. Kritiker verweisen darauf, dass die Schüler nicht zwischen Originalton und Hörspiel unterscheiden könnten. Ob dies im Zusammenspiel mit der Lehrkraft nicht durchaus möglich ist, bleibt unbeantwortet. Ketsch bezeichnet das Hörspiel als: "Unwissenschaftlich, narrativ und personalisiert."[2]


Unterrichtspraxis

Beim Einsatz von Hörspielen stellt die Dauer der Aufnahme eine entscheidende Komponente da. Eine Laufzeit von über 15 min sollte nicht überschritten werden. Die rein auditive Erfassung und Verarbeitung fordert höchste Konzentration. Bei zu langer Beanspruchung, ist mit einer Demotivation und Ermüdung zu rechnen. Weiter ist es notwendig, das Gehörte umgehend im Plenum zu thematisieren. Die Anzahl der agierenden Darsteller sollten 8 Personen nicht überschreiten. Eine höhere Personenanzahl führt zu Verwirrung. Das Hörspiel gibt die Möglichkeit anzuknüpfen. Schüler können beispielsweise in Form eines Theaterstücks das Gehörte nachspielen. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, dass die Schüler ein Hörspiel selbst gestalten und aufzeichnen. Dies gibt dem Lehrer zugleich die Möglichkeit zu überprüfen, inwieweit die Schüler die Inhalte verstanden haben. Das Hörspiel ist nicht nur motivierend, sondern bietet der Lehrkraft vielseitige Möglichkeiten der Belebung des Unterrichts.


Belege

Literatur

Ketsch, Peter: Schulfunk. In: Pandel, Hans-Jürgen (Hrsg.): Medien im Geschichtsunterricht. Schwalbach/Ts.: Wochenschau Verlag 1985

Höhn, Elfriede: Psychologische Untersuchungen von Schulfunksendungen. In: RuF, Heft 2. 1955

Einzelnachweise

  1. vgl. Höhn 1955
  2. vgl. Ketsch 1985
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