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Liana Joselal

Inhaltsverzeichnis

Digitale Medien im Geschichtsunterricht

Kompetenzerwerb

Bei den Jugendlichen hat die Bedeutung des Internets in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Viele von ihnen verbringen mehrere Stunden am Tag im Internet – sei es über Computer oder Smartphones. Die Ausstattung an vielen deutschen Schulen ermöglicht es, den Computer und das Internet in den Unterricht zu integrieren. Welche Kompetenzen bei der Verwendung von digitalen Medien erforderlich sind, möchte ich nun erläutern: Viele Schülerinnen und Schüler sind zwar im Umgang mit dem Internet vertraut, aber trotz alledem geschieht dies häufig unbedacht. Hinsichtlich schulischer Aufgabenstellungen, die eine Recherche im Internet verlangen, übernehmen Schüler häufig Inhalte und Zitate, ohne diese kritisch zu reflektieren. Die Informationskompetenz gehört daher im Umgang mit den digitalen Medien zu den wichtigsten Kompetenzen. „Informationskompetenz beinhaltet die Fähigkeit, Informationsbedarf zu erkennen, Informationen zu ermitteln und zu beschaffen sowie zu bewerten und effektiv zu nutzen“ [1]. Schülerinnen und Schüler stehen vor der Herausforderung mit der Masse an Informationen umzugehen. Auch bei der Auswahl von Bildern ist es wichtig, dass Schülerinnen und Schüler diese mit einem kritischen Auge betrachten. Die Medienkompetenz umschreibt die Fähigkeit bestimmte Medien für gewisse Lernzwecke zu nutzen. Dazu ist es wichtig, dass Schülerinnen und Schüler sich darüber bewusst sind, wie sie mit der Fülle an digitalen Medien kompetent umgehen. Die Medienkompetenz verlangt aber auch, dass Schüler wissen, wie die Medien benutzt werden, welchen Einfluss diese haben und wie sie beurteilt werden.

Die Lesekompetenz spielt beim Einsatz von digitalen Medien eine elementare Rolle, da sie darauf abzielt, geschriebene Texte zu verstehen und diese kritisch einzuschätzen. Die PISA-Studie definiert die Lesekompetenz „als Fähigkeit […], geschriebene Texte unterschiedlicher Art in ihren Aussagen, ihren Absichten und ihrer formalen Struktur zu verstehen und in einen größeren Zusammenhang einordnen zu können.“ [2]

Einsatzmöglichkeiten von digitalen Medien

Wie oben es bereits ersichtlich wird, ist es von hoher Relevanz, dass Schülerinnen und Schüler sich mit den unterschiedlichen Einsatzmöglichkeiten von digitalen Medien im Unterricht auseinander setzen. Nachfolgend möchte ich kurz einige wenige Einsatzmöglichkeiten von digitalen Medien im Geschichtsunterricht vorstellen.

1. Um Schüler zu einem kritischen Umgang mit Internetquellen anzuregen, könnte mit den sogenannten „Webquests“ im Geschichtsunterricht gearbeitet werden: Dabei behandeln Schülerinnen und Schüler in Einzel- oder Gruppenarbeit Rechercheaufgaben, die aus unterschiedlichen Perspektiven bearbeitet werden. Die Bearbeitung geschieht selbstständig und besteht aus sechs Elementen:


1. Einstieg
2. Aufgaben
3. Materialien
4. Strukturierung
5. Reflexion und Evaluation
6. Präsentation der gefundenen Ergebnisse

Die anschließende Veröffentlichung der Arbeiten und der Ergebnisse kann mit Hilfe von Weblogs gestaltet werden, auf welche ich meinen Schwerpunkt in der vorliegenden Hausarbeit gelegt habe.

Mister wong.png
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2. Das Sammeln und Bewerten von unterschiedlichen Informationen ist ebenfalls eine wichtige Herausforderung des Geschichtsunterrichts. Auch hier kann der Einsatz von digitalen Medien Hilfestellungen leisten. Das „Socialbookmarking“ (siehe Abbildungen rechts) bezeichnet das gemeinsame („social“) Sammeln von Internetlinks ("bookmarking“)im Internet. Es bietet Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, Informationen im Internet zu suchen und diese zu strukturieren. Diese Informationen können sie dann über einen beliebig langen Zeitraum erweitern und als Vorbereitung auf Klausuren oder Hausarbeiten verwenden. Zudem werden hier auch Kompetenzen im Umgang mit Texten trainiert.









3. Der Umgang mit Bildern und Videos wird den Schülerinnen und Schülern auf zwei verschiedene Arten näher gebracht. Einerseits soll den Schülern begreiflich gemacht werden, dass Manipulationen des Bild- und Videomaterials nur sehr schwer erkenntlich sind und daher die Quelle des Materials kritisch überprüft werden muss. Auf der anderen Seite kann die Bearbeitung von Bildern eine Möglichkeit darstellen, wie die Aussagekraft eines Bildes durch einfache Mittel verändert werden kann. Im Geschichtsunterricht eignet sich für die Bereitstellung von Bildern der Online-Fotodienst „Flickr“ (Abbildung unten), der geschichtliche Fotoaufnahmen zur Verfügung stellt und den Benutzern einfache Nutzungsrechte des Materials zuspricht. Anschließend können Schülerinnen und Schüler ein Bild so verändern, das dessen Aussagekraft sich verändert. Dies kann mit Hilfe von kostenlosen Bildbearbeitungsprogrammen wie „gimp“ durchgeführt werden. Es wäre ebenfalls sinnvoll, die Schüler bewerten und begründen zu lassen, ob und warum vereinzelte Fälschung gelungen sind und warum nicht.

Flickr Flickr Beispiele von historischen Fotos


4. Wie bereits erwähnt können Schülerinnen und Schüler ihre erarbeiteten Ergebnisse mit Hilfe von Weblogs präsentieren. Es gibt auch die Möglichkeit mit Hilfe von „Mircoblogs“, wie zum Beispiel „Twitter“, zu arbeiten. Die Schüler suchen ein geschichtliches Thema aus, zu welchem sie eine eigenständige Recherche durchführen. Anschließend wählen sie die am historischen Geschehen beteiligten Personen und formulieren kurze Nachrichten aus deren Perspektive („Tweets“). Damit erwerben die Schülerinnen und Schüler die Fähigkeit sich in eine andere Perspektive hineinzuversetzen. Diese Variante wird als TwHistory-Projekte bezeichnet.

Theoretische Grundlagen zu den Weblogs

Definition von Weblogs

Der Begriff Weblog stammt aus dem Englischen „World Wide Web“ und „Log“ und tauchte erstmals 1997 auf der Website von Jorn Barger auf. Es handelt sich hierbei um eine Website, die regelmäßig aktualisiert wird und deren Beiträge in umgekehrter chronologischer Reihenfolge erscheinen. Weblogs werden zur schnellen Informationsverbreitung und zum Informationsaustausch genutzt. Sie sind mit Internetforen verwand und tauchten erstmals in den 1990er Jahren auf. Damals wurden die Weblogs als „online Tagebücher“ bezeichnet (Przepiorka, 2005). Die Kurzform von Weblog heißt „Blog“, während die Gesamtheit aller Weblogs als „Blogosphäre“ bekannt ist. Das Publizieren in einem Weblog heißt „bloggen“. Sie können Texte, Bilder, Videos oder Audiodateien enthalten. Die Blogger, so werden die Blog-User und die Blog-Besitzer bezeichnet, haben die Möglichkeit, Kommentare zu erstellten Beiträgen zu verfassen, aber sie sind nicht in der Lage ein bestimmtes Thema anzugeben. Zur Fertigung eines Weblogs stehen entsprechende Blog-Softwares zur Verfügung.

Der Begriff „Weblog“ wird dann verwendet, wenn es sich um reine Texteinträge handelt. Der Begriff „Audioblog“ beinhaltet im Gegensatz dazu Sprache und Musik, während man Weblogdarstellungen mit Fotos als „Photoblog“ bezeichnet. Die Kombination von Weblogs und anderen Kommunikationsformen hat schließlich zur Entstehung von „Twitter“ geführt. Die Weblogs werden meistens von Einzelpersonen erstellt, aber manchmal auch von Gruppen [3]. Die Beiträge auf den einzelnen Weblogs sind in der Regel sehr kurz gefasst [4]: Sie beinhalten sehr kurze Textpassagen mit einem Hyperlink, welche auf eine externe Website verweist. Eine Befragung deutscher Blog-Autoren [5] ergab, dass über Internet- und Computerthemen, sowie Kulturthemen bei weitem am häufigsten berichtet wird. Die Ergebnisse im Überblick:


•Internet- und Computerthemen (66%)
•Kultur (59%)
•Politik (26%)
•Medien (26%)
•Kunst (23%)
•Musik (16%)
•Wirtschaft (13%)

Dabei beziehen sich 42% auf andere Beiträge im Internet, während 49% der Autoren persönliche Beiträge erstellen [6]. Zudem führen viele der Autoren eine Art Tagebuch, indem sie auf ihren Weblogs über Persönliche Dinge erzählen. Die Beiträge von Weblogs haben häufig eine subjektive Sichtweise. Im nun folgenden Unterkapitel möchte ich die verschiedenen, technischen Elemente eines Weblogs vorstellen.


Technische Elemente eines Weblogs

Die hier aufgeführten Elemente eines Weblogs sind nicht unbedingt erforderlich, werden aber von vielen Bloggern in ihren Blogs benutzt:
Die Einträge, welche auch als „Postings“ oder „Posts“ bekannt sind, stellen den Hauptbestandteil aller Weblogs dar (siehe Abbildung unten). Hierbei werden die Einträge in antichronologischer Reihenfolge sortiert.

Geschichtsblog, Eintrag

Mit Hilfe einer Kommentarfunktion können Besucher eines Weblogs verschiedene Beiträge direkt kommentieren (siehe Abbildung uten). Dabei erscheinen die Kommentare meistens direkt unter den Beiträgen.

Geschichtsblog, Kommentar

Der Hyperlink (englisch: „Verknüpfung“), oder auch Link genannt, ist ein markierter Text, der auf eine andere Website verweist. Mit Hilfe dieser Links können verschiedene Websites miteinander verknüpft werden, unter anderem um Beiträge weiter zu empfehlen. Hyperlinks sind meistens daran erkennbar, dass sie durch eine bestimmte Farbe (z.B. blau) markiert oder unterstrichen sind.

Beim RSS-Feed steht die Abkürzung RSS für “Really Simple Syndication” (siehe Abbildung unten). Durch die RSS-Feeds können Änderungen von einer Website verfolgt werden, ohne dabei die Website aufzurufen. Im Zusammenhang mit den Weblogs bieten RSS-Feeds den Vorteil über neue Beiträge schnell informiert zu werden. Um auf diese Feeds Zugriff zu erhalten, benötigt man auch einen Feedreader, den es im Internet kostenlos zum Download gibt.

Geschichtsblog, RSSfeed

Beim Trackback handelt es sich um einen Kommunikationsform unter verschiedenen Websites. Dabei soll der Empfänger, ähnlich wie bei einem RSS-Feed, über neue Inhalte informiert werden. Dieser Informationsaustausch ist jedoch, im Gegensatz zum RSS-Feed, immer themenbezogen. Der Trackback unterscheidet sich vom RSS-Feed auch in der Weise, dass bei letzterem lediglich eine Kommunikation zwischen den Besuchern und einer Website stattfindet.

Beim Blogroll handelt es sich um eine Ansammlung von verschiedenen Links, die auf unterschiedliche Websites hinweisen, die man als Autor eines Weblogs selbst besucht (siehe Abbildung unten). Es handelt sich also um Empfehlungen, die die Autoren ihren Besuchern geben. Die Aufnahme von den Links auf einem Weblog hängen von persönlichne Faktoren ab.

Blogroll

Der Permalink verweist auf eine fortwährende Internet-Adresse eines Weblog-Beitrags. Unter der Internetadresse wird der komplette Beitrag mit allen Kommentaren und weiteren Informationen dargestellt. Der Vorteil zeigt sich darin, dass der Computer mit Hilfe des Permalinks dauerhaft die Adresse eines häufig gelesenen Weblogs abspeichert und man direkt dorthin gelangt.

Viele Weblogs beinhalten eine Sidebar, die aus einem Suchfeld und einem Blogroll aufgebaut sind.

Im Archiv werden ältere Blogeinträge abgespeichert, damit diese nicht verloren gehen und den Lesern sowie auch den Autoren zur Verfügung stehen (siehe Abbildung unten). Dies geschieht, weil auf der Startseite eines Weblogs nur eine bestimmte Anzahl an Beiträgen dargestellt wird.

Geschichtsblog, Archiv

In den verschiedenen Kategorien eines Weblogs werden unterschiedliche Artikel gesammelt (siehe Abbildung uten). Dabei wird diese als eine Liste auf der Sidebar angezeigt. Zunehmend werden die Kategorien jedoch durch Schlagwörter, auch bekannt als „Tags“, abgelöst, die alphabetisch geordnet sind.

Geschichtsblog, Kategorien

Die Suchoption hilft Lesern und Autoren, ältere Beiträge schneller wieder zu finden (siehe Abbildung 11). Mittlerweile gibt es auch Blogsuchmaschinen, mit denen verschiedene Blogs durchsucht werden können.

Geschichtsblog, Suchoption


Unterschiedliche Arten von Weblogs

In der Anfangszeit des Internets wurden die Weblogs lediglich für die Veröffentlichung privater oder persönlicher Beiträge genutzt. Heute werden jedoch, abhängig von der Zielgruppe, unterschiedliche Themen aufgegriffen und diskutiert [7]. Dabei haben sich für bestimmte Themeninhalte auch bestimmte Blogbezeichnungen durchgesetzt. Es gibt zum Beispiel Litblogs für Literatur, Blawgs für juristische Themen und viele weitere Blogbezeichnungen. Weblogs lassen sich jedoch, unabhängig von bestimmten Inhalten, bestimmten Kategorien zuordnen. Schütte und Dietrich [8] haben beispielsweise vier Arten von Weblogs klassifiziert:

1. Persönliche Blogs
Bei den persönlichen Blogs handelt es sich um typische Online-Tagebücher, die einen Einblick in die privaten Angelegenheiten von Blog-Autoren ermöglichen. Diese Art von Weblogs sprechen vor allem ein jüngeres Publikum an und dienen zur Unterhaltung und Selbstdarstellung. Häufig werden Hobbys, Reisen, Ausbildungen etc. thematisiert.

2. Expertenblogs
In den Expertenblogs verfassen Fachleute zu bestimmten Themen sehr anspruchsvolle Artikel, wie zum Beispiel in Technik, Wirtschaft und Politik. Diese Blogs sprechen vor allem gut informierte Personengruppen an, die sich für die bestimmten Themenbereiche interessieren.

3. Corporate Blogs
Um die Zielgruppe eines Unternehmens direkt anzusprechen und mit diesen in einen Dialog zu treten, können Weblogs auch als Marketinginstrument genutzt werden. Häufig verwendet man für den Begriff „Corporate Blog“ auch „Business Blog“. Neben diesen drei Arten von Weblogs, möchte ich mich in dieser Hausarbeit aber auch mit den sogenannten „Edublogs“ beschäftigten, da diese im schulischen Kontext eine wichtige Rolle spielen.

4. Edublogs
Ein Edublog (Klassenblog, Schülerblog, Lehrerblog etc.) wird von Personen erstellt und gestaltet, die im Bildungsbereich tätig sind. Solche Blogs können zum Beispiel von oder für Lehrer erstellt werden, sie können aber auch für Unterrichtszwecke verwendet werden und Bildungspolitische Themen fokussieren (siehe Abbildung 12). Die Gesamtheit aller Edublogs wird wiederrum als „Edublogosphere“ bezeichnet. Die Benutzung von Edublogs in den heutigen Bildungsinstitutionen erfreut sich einer großen Popularität. Sie werden als Instrumente genutzt, um Schülerinnen und Schüler zu informieren oder um mit Eltern in Kontakt zu treten. Lehrer haben die Möglichkeit gemeinsam mit ihren Schülern Weblogs zu erstellen und zu bearbeiten. Dabei können sie überprüfen, ob die geschriebenen Beiträge und Kommentare von Schülerinnen und Schüler sich ausschließlich auf Unterrichtsinhalte beziehen. Viele Weblogs werden aber auch dazu genutzt, um unter Lehrern einen Informationsaustausch anzuregen. Hier werden beispielsweise Themen wie „classroom management“ und Lehr- und Lernstrategien diskutiert. Es werden aber auch Ideen und Erfahrung im alltäglichen Schulleben diskutiert und Hilfestellungen angeboten. Damit sind Weblogs auch für Lehrer ein sehr nützliches Werkzeug. Wenn eine Lehrperson mit der Erstellung eines Weblogs beginnen möchte, so ist es zunächst einmal wichtig, sich mit dieser Thematik intensiv auseinander zu setzen. Das heißt im Regelfall, dass sich Lehrer mit Hilfe von geeigneter Literatur, die unterschiedlichen Tools aneignen. Des Weiteren sollten sie sich verschiedene Weblogs anschauen und sich damit intensiv beschäftigen. Sobald sich die Lehrperson in die verschiedenen Tools eingearbeitet hat, können die Weblogs schrittweisen in den eigenen Unterricht integriert werden.

Edublogs

Einsatzmöglichkeiten von Weblogs im Unterricht

„Weblogs sind ein ideales Werkzeug dafür, wenn Lernen weniger als Weitergabe von kodifiziertem Wissen und mehr als Konversation und Bedeutungsstiftung der Lernenden verstanden wird. „[…] Weblogs könnten auch eine neue Wissenskultur fördern, die von der traditionell kompetitiv organisierten Wissensvermittlung zu einer solidarischen Lernkultur führt, die zur Kooperation und Diskussion von Wissenschaft und ihren Produkten einlädt, oder auch nur die Fähigkeiten der Mitwirkenden sammelt und festhält“ [9]

Auf der Unterrichts-Ebene stellt ein Weblog eine Plattform dar, auf welcher Entwicklungen verfolgt werden können, Aufträge gegeben werden können und es die Möglichkeit gibt, aktiv tätig zu werden. Hierzu schreibt Stephan Mosel, dass sich Weblogs sehr gut für einen selbst gesteuerten Lernprozess bzw. für die Reflexion der eigenen Lernpraxis und für das soziale und kooperative Lernen eignen. Wie können nun Weblogs im Unterricht eingesetzt werden?

Es ist zunächst einmal wichtig zu entscheiden, ob die erstellten Weblogs allen Nutzern im Internet zugänglich gemacht werden. Dabei gibt es zwei Möglichkeiten: öffentliche oder nicht-öffentliche Weblogs.

Die öffentlichen Weblogs sind allen Usern im Internet zugänglich und können von jeder Person gefunden werden. Durch die Tatsache, dass ein Blog veröffentlicht wird, ist bei den Schülern der Ehrgeiz sehr groß, qualitativ hochwertige Texte zu schreiben. Hier können und dürfen sie nicht nur für den Lehrer schreiben, sondern für ein reales Publikum. Um seine Schüler aber vor den Gefahren des Internets (Cyber-Mobbing in der Kommentarfunktion, Spott einer breiten Masse über schlechte Beiträge, usw.) zu schützen, können beispielsweise nur ausgewählte Klassen zu den Weblogs eingeladen werden. Damit ist die Öffentlichkeit nicht zu groß, aber trotz alledem haben Schülerinnen und Schüler die Motivation, gute Texte zu schreiben, da weiterhin das Publikum vorhanden ist, das auf diese Texte zurückgreifen wird.

Es wird zudem nach der Anzahl der beteiligten Autoren unterschieden:


Bei den sogenannten Teilnehmer/ -innenblogs gestaltet jeder ein einzelnes Blog, zu welcher die Lehrperson eingeladen wird. Das Teilnehmerblog kann zum Beispiel in Form eines Lerntagebuchs geführt werden, bei denen die einzelnen Beiträge von der Lehrperson kommentiert werden.

Bei dem Gruppenblog wird das Blog von einer ganzen Gruppe (z.B. Klasse) oder von mehreren kleinen Gruppen gestaltet. Dabei können unterschiedlichste Informationen gesammelt und ausgetauscht werden. Bei den Gruppenblogs gibt es mehrere Gestaltungsmöglichkeiten:


1.Diskussionsforum: Die Lehrperson stellt zu einem behandelten Thema eine Fragestellung, über die sich die Schülerinnen und Schüler äußern sollen. Dies kann entweder offen gehalten werden oder durch weitere Fragen geleitet werden.


2.Projekttagebuch: Die Gruppe beschäftigt sich über einen kontinuierlichen Zeitraum mit einem bestimmten Projekt. Dabei sollen die Entwicklung der Arbeit, aufgetretene Probleme und gefundene Ergebnisse im Weblog dargestellt werden. Schüler haben die Möglichkeit, in der Schule und von zu Hause aus zu arbeiten. Die Lehrperson hat die Möglichkeit, die Entwicklung des Projektes mit zu verfolgen und eventuell Hilfestellungen zu leisten.


3.Lerntagebuch: Mit Hilfe von Weblogs beschreiben die Schülerinnen und Schüler ihre Lernfortschritte hinsichtlich einer Arbeit oder eines Projektes.


4.Ergebnispräsentation: Die Ergebnisse aus der Projektarbeit werden mit Hilfe des Weblogs präsentiert. Schülerinnen und Schüler sowie auch Lehrer haben die Möglichkeit diese zu kommentieren.


Weitere Einsatzmöglichkeiten von Weblogs im Unterricht

1.Lehrer legen in einem Weblog ihren Unterrichtsverlauf dar und stellen Materialien und Informationen für ihre Schüler bereit

2.Lehrer können auf einem Weblog Materialien für ihre Schüler bereit stellen, die für die anschließende Bearbeitung zur Verfügung gestellt werden. Anschließend kann der Lehrer die Lösungen zu den Aufgaben veröffentlichen.

3.Schüler und Lehrer können Weblogs als Austauschportal nutzen, um sich gegenseitig zu informieren oder Fragen zu stellen.

4.In vielen Fächern können bestehende Blogs von Schülern und Lehrern benutzt werden, um Informationen zu gewinnen.

Belege

Literatur

Abfalterer, E. (2007). Foren, Wikis, Weblogs und Chats im Unterricht. Boizenburg: vwh-Verlag.

Clyde, L. A. (2004). Weblogs-are you serious? The eletronic library 22, no.5 (2004), pp. 390-392.

Deutscher Bildungsserver. (n.d.). Retrieved Juni 06, 2012, from http://www.bildungsserver.de/Informationskompetenz-in-Schulen-6055.html

Kübler, H.D.: PISA und die Medienkompetenz. Warum empirische Begründungen mehr als dringlich sind, in: medien praktisch, 26. Jg. (2002), H.2, S.4-7

Mortensen, T. &. (2002). Blogging thoughts: Personal publication as an online research tool. In Researching ICTs in context, pp. 249-279.

Neuberger, C. (2004, April 23). WEBLOGS & CO.- Partizipation statt Reduktion? onlinejournalismus.de.

Richter, A. &. (2007). Social software- Status quo und Zukunft. Universität der Bundeswehr München: In Technischer Bericht Nr.2007_01.

Schütte, C. &. (2006). Mundpropaganda via Weblog- Neues aus der Blogosphäre-digitale Mundpropaganda via Weblog. In Marketing journal, 39.Jahrgang, pp. 26-27.

Stangl, W. (2006, 12 21). Retrieved from Stangl Taller: http://www.stangl-taller.at/ARBEITSBLAETTER/LERNTECHNIK/Weblogs

Internet

Mittendorfer, Hans (2003). Lerntagebücher? collabor:: Kooperatives Lernen und Publizieren: Lerntagebücher … (Samstag, 13. Dezember 2003, 14:47) http://collabor.f4.fhtw-berlin.de:8080/antville/course/stories/2937/ (04-01-16)

Oravec, J. A. (2003): Weblogs as an Emerging Genre in Higher Education. Journal of Computing in Higher Education . Vol. 14. University of Wisconsin, Whitewater.

Przepiorka, Sven (2005). Definition von Weblogs. http://www.tzwaen.com/publikationen/weblogs-definitionen/ (08-05-05) Universität Hamburg, Sommersemester 2011, Blogs im Bildungskontext http://blogs.epb.uni-hamburg.de/sembib/

Verweise

  1. Deutscher Bildungsserver
  2. Kübel, 2002
  3. Clyde, 2004
  4. Mortensen, 2002
  5. Neuberger, 2004
  6. Neuberger, 2004
  7. Richter, 2007
  8. Schütte, 2006
  9. Stangl, 2006
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