ZEFYS Zeitungsinformationssystem – digitales Archiv für historische Zeitungen

Donnerstag, März 8, 2012

Die Arbeit mit Quellen stellt im Geschichtsunterricht die wichtigste Form der Arbeit mit Medien dar. Viele unterrichtliche Prinzipien lassen sich mit Hilfe der Auseinandersetzung mit Quellen erarbeiten – so z.B. die Vermittlung von Multiperspektivität oder die Herausarbeitung von multikausalen Zusammenhängen. Vor allem ermöglicht die Arbeit mit Quellen Lernenden eine unmittelbare, direkte und authentische Auseinandersetzung mit geschichtlichen Zusammenhängen. Quellenarbeit ermöglicht der Lehrkraft  zudem einen handlungsorientierten Zugang zur Vergangenheit und zur Geschichte zu schaffen – sofern dieser Zugang richtig konsekutiv und konstruktiv geplant wird.

Natürlich gestaltet sich eine vollständige Quellenanalyse mit Lernenden der Sekundarstufe I eher schwierig. Aber maßgebende Einzelschritte können auch mit jüngeren Schülerinnen und Schülern nachvollzogen werden (z.B Fragestellungen suchen, Abschnitte zusammenfassen, Informationen aus Quellen geignete Bilder zuordnen). Sind die Zusammenhänge klar dargelegt und die Lernenden verfügen über genügend Informationen zum Thema, können auch gelungene Quelleninterpretationen durchgeführt werden.

Doch das Leid der Geschichtslehrkraft ist oftmals, dass im Bedarfsfall, keine passende Quellen zur Hand ist. Die Schulbücher bieten selten genügend Quellenmaterial an, um wirklich konstruktiv mit Quellen arbeiten zu können. Häufig sind sie nicht mehr als eine Bestätigung des zuvor in der narrativen Darstellung vermittelten Geschichtsbildes. Hier bietet sich der Griff zur Quellensammlungen an – jedoch sind diese sehr kostspielig.

Zum Glück gibt es ja da noch das Internet!

Im ZEFYS Zeitungsinformationssystem der Staatsbibliothek zu Berlin  können digitalisierte historische Zeitungen, Volltexte und ausgesuchte Internetquellen und Datenbanken zum Thema Zeitung gefunden werden. ZEFYS weist zurzeit über 67.000 Ausgaben von derzeit 86 historischen Zeitungen aus Deutschland und deutschen Zeitungen des Auslands nach. Die Bandbreite der dargebotenen Zeitungen ist groß. Die Staatsbibliothek gehört zur Stiftung Preußischer Kulturbesitz und hat dadurch natürlich ihren Schwerpunkt auf der preußischen Presse.

So kann es jetzt in Zukunft heißen, wenn man z.B. den Sedan-Tag zur Erinnerung an den deutsch-französischen Krieg 1870 thematisiert: “Schlagen wir doch mal die Zeitung aus der damaligen Zeit auf und lesen einfach nach, wie das die preußische Presse kommentiert hat!” (Link: Ausgabe Nr. 36. der “Provinzial Correspondenz” vom 07.September 1870).

Da bleibt nur noch zu sagen: einem kompetenzorientiertem Unterricht steht nun nichts mehr im Wege und viel Spaß beim Schmökern. :-)

 

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