Digitale Zeitleisten | Web-Tools für den Geschichtsunterricht

Donnerstag, November 1, 2012

Passend zu meinem Seminar “Grundlagen der Didaktik des Geschichtsunterricht” hat Christoph Pallaske von der Uni Köln einen Artikel zum Thema digitale Zeitleisten geschrieben. Hier der Post auf seinem Block:

Quelle: Das Alleinstellungsmerkmal des Faches Geschichte ist Zeit. Die Visualisierung von Zeit in Form eines Zeitstrahls oder einer Zeitleiste kann helfen Zeitbewusstsein auszubilden. Zudem haben, seit Facebook das Timeline-Profil eingeführt hat, Zeitleisten in digitalen Schüler-Lebenswelten Konjunktur. Die Diskussion über digitale Zeitleisten wurde bereits an vielen Stellen geführt; dabei wurde jeweils deutlich: Es gibt immer wieder neue, interessante Zeitleisten-Werkzeuge im Web. Die technischen Möglichkeiten erlauben inzwischen, mit immer einfacher zu bedienenden Tools visuell-ästhetisch hochwertige Online-Zeitleisten zu erstellen und zu veröffentlichen.

Für den Geschichtsunterricht sind weniger fertige Zeitleisten interessant, die man sich einfach nur anschauen kann (gelungene Beispiele hierzu: Anne-Frank-Zeitleiste - Die Juden, Planet Wissen), sondern handlungsorientierte Lernarrangements, wenn Lernende in Quiz-Formaten Ereignisse, Begriffe oder Personen entsprechenden Jahreszahlen und Zeitfenstern zuordnen – oder selbst Zeitleisten erstellen. Nach längerer Suche zu geeigneten Zeitleisten-Lernarrangements für die Lernplattform segu sollen zwei Tools vorgestellt werden, die erstens sowohl von Lehrer_innen als auch von Schüler_innen äußerst einfach zu bedienen sind, zweitens ansprechende Produkte hervorbringen, drittens didaktisches Potenzial bieten sowie viertens (gemäß des OER-Anspruchs) kostenlos zur Verfügung stehen.

1 | Neben den bekannten Web2.0 Anbietern von Zeitleisten (xTimeline | Dipity |Timetoast | Timerine | Timeglider | hier eine Bewertung der verschiedenen Anbieter) überzeugt besonders die Plattform von MyHistro, die eine äußerst interessante Funktion bereit hält: Verschiedene “Events” werden jeweils über googleMaps mit einem Ort verknüpft (eigenes, im Aufbau befindliches Beispiel: Stationen der Weltgeschichte). Die Events lassen sich zu einer “Story” verbinden, die man anschließend als virtuelle Zeitreise abspielen kann. Die Ortsangaben lassen sich äußerst genau angeben; so kann beispielsweise auch eine Zeitreise durch den eigenen Wohnort erarbeitet werden. Das Format bietet zudem gute Möglichkeiten kollaborativen Lernens: Verschiedene Schüler_innen können einzelne “Events” erarbeiten, die dann als Produkt der ganzen Lerngruppe zu einer “Story” zusammengefügt werden. Die Registrierung ist einfach und kostenlos; ggf. reicht eine Registrierung durch die Lehrperson. Bei der Erstellung der Events ist unbedingt der korrekte Bildnachweis zu beachten. Beim Beispiel Stationen der Weltgeschichte (s. Textfeld, “Read more…”) sind alle Bilder der Wikimedia entnommen, das Urheberrecht (entweder Public Domain oder CC BY SA) angegeben sowie auch verlinkt.

2 | Lehrer_innen können mittels des Tools LearningApps handlungsorientierte Aufgabenformate zur Arbeit mit Zeitleisten erstellen (Funktion: Zahlenstrahl | eigenes Bsp.: Zeitleiste Mittelalter). Die einzelnen LearningApps lassen sich äußerst einfach in den Unterricht einbinden, indem der Link verschickt oder per QR-Code (s. Bsp. auf der segu-HP) direkt auf Tablets oder Smartphones geladen werden kann. Lehrer_innen müssen auch hier den korrekten Bildnachweis beachten (hier am Ende der Aufgabenstellung integriert).

s. auch die Linklisten zu Zeitleisten von Ulf Kerber und Daniel Bernsen

empfohlene Zitierweise    Pallaske, Christoph (2012): Digitale Zeitleisten | Web-Tools für den Geschichtsunterricht. In: Historisch denken | Geschichte machen | Blog von Christoph Pallaske, vom 29.10.2012. Abrufbar unter URL: http://historischdenken.hypotheses.org/1386, vom [Datum des Abrufs].

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