Archive for the ‘digitale Quellen’ Category

Reisen wie die Römer…

Im Projekt “Orbis” haben Wissenschaftler der Stanford University die Infrastruktur des Römischen Reichs in einer Multimediaanwendung nachgebildet: Straßennetz, Seerouten, Geschwindigkeiten zu Fuß, zu Pferd, zu Wagen. Entstanden ist ein Routenplaner, der leider 2.000 Jahre zu spät kommt.

In seiner Hochzeit umfasste das Römische Reich eine Fläche von etwa 8.300.000 km2 (zum Vergleich: Deutschland hat 357.000 km2), darunter den gesamten Mittelmeerraum. Mal einen Boten nach Spanien zu schicken oder ein Heer an die Levante dauerte seine Zeit.

Das Projekt Orbis hat den Reiseaufwand in einer Kartenapplikation fassbar gemacht. Ausgewertet wurden u.a. meteorologische Karten über Wind und Wellen, Berichte über Straßenverhältnisse oder die überlieferte Geschwindigkeit von Pferden, Ochsenkarren und Fußgängern.

Orbis umfasst 900 Seerouten mit einer Gesamtstrecke von 180.000 km und ein Straßennetz von 84.631 km. Dazu kommen 28.272 km Flüsse und Kanäle.

Interessant ist auch, dass die App die ungefähren Reisekosten ermittelt. Somit kann man das wirtschaftliche Denken der damaligen Zeit besser nachvollziehen.

Insgesamt eine gelungene Anwendung. Einfach mal ausprobieren. Mit ein wenig Planung kann man daraus eine interessante Unterrichtsstunde basteln – nicht nur in Geschichte! Gerade für die Kartenarbeit in der Geograpahie kann diese Anwendung hilfreich sein.

 

 

 

 

 

CC-Lizenz auf historische Wahlplakate der CDU

Die Konrad Adenauer-Stiftung hat die  Plakatdatenbank des “Archivs für Christlich-Demokratische Politik” neu gelauncht. Das bedeutet so viel wie: Alle alten Wahlplakate der CDU sind unter Namensnennung frei zu gebrauchen.

Die Messages sind gut verständlich und meistens provokanter als heutzutage. Einfach drüber schauen und sich einen Eindruck zu verschaffen lohnt sich auf jeden Fall. Nicht nur interessant im Rahmen einer Hausarbeit – auch für die Schule geeignet (Einstieg, Vergleich, …).

Eine Pressemitteilung erklärt, um welche Plakate es sich handelt und was die Motivation dahinter ist:

Das Spektrum umfasst die ältesten und wertvollsten Plakate der Sammlung, d.h. Anordnungen und Proklamationen der Alliierten vom Ende des 1. Weltkrieges 1918, Plakate aus der Weimarer Republik und Exponate vom Ende des 2. Weltkrieges. Es folgen länderübergreifend Plakate aus der Gründungszeit von den ersten Kommunal- und Landtagswahlen ab 1946, die teilweise bis in die jüngste Vergangenheit hinein reichen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf Plakaten aus Nordrhein-Westfalen. Die Bundestagswahlplakate, mehr als 4.500 an der Zahl, wurden komplettiert und aktualisiert. Zudem sind erstmals die Wandzeitungen der CDU von den Anfängen unter Ludwig Erhard 1964 bis zur neuesten Ausgabe zu sehen. Viele der hier aus dem Dunkel der Vergangenheit hervorgeholten Plakate dürften unbekannt oder in Vergessenheit geraten sein. Ihre Betrachtung und die Auseinandersetzung mit ihnen sollen nicht zuletzt ein neues Interesse an der Geschichte und Erforschung des politischen Plakates in Deutschland wecken und fördern.

 

 

 

 

 

Das US-Nationalarchiv macht Teile seiner Filmsammlung der Öffentlichkeit zugänglich. Ab sofort kann man via Google über 100 Filme kostenlos sehen, von Wochenschauen aus dem Zweiten Weltkrieg bis zur Mondlandung.

http://www.archives.gov/

“A digitised and transcribed diary written by the mother of an Irish soldier missing in action during the Great War was launched today by Minister for Arts, Heritage and the Gaeltacht, Jimmy Deenihan.”

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Clio-Online ist ein Themenportal zur Geschichte des 1. Weltkriegs und zeigt durch seine Entstehung, dass die Entwicklung einer eigenen “Digitalen Geschichtsdidaktik” immer notwendiger wird. Der Zugriff auf wichtige historische Bestände, Artefakte und Literatur wird zunehmend über digitale Schnittstellen möglich. Zumindest wird über  einen längeren Zeitraum hinweg, nicht weniger, sondern mehr Einfluss aus der Welt des Digitalen in die Geschichtswissenschaft und dadurch auch in die Didaktik des Geschichtsunterrichts einfließen.

Das Themenportal Clio-Online ermöglicht einen direkten und schnellen Zugriff auf thematisch zugeschnittene Informationsangebote. Durch die Bündelung von Volltexten, bibliotheksnahen Ressourcen, Internetverzeichnissen, und weiteren Ressourcen ist eine gezielte Informationssuche bei gleichzeitig hohem Qualitätsstandard möglich. Teil des Portals sind vorerst vier Bereiche:

  • Bündelung vorhandener Informationsangebote durch den Aufbau einer spezifischen Metasuchmaschine
  • Veröffentlichung aktueller Forschungsbeiträge und -information (Artikel, Rezensionen, Sammlungsbeschreibungen, Volltexte)
  • Bündelung von bestehenden themenrelevanten Internetressourcen
  • die Publikation von Quellen in elektronischer Form als Beitrag zu einer sich wandelnden Kommunikationskultur in den historischen Wissenschaften

Besonders interessant ist die Unterseite “Quellen- und Literaturbestände zum Ersten Weltkrieg in Archiven und Bibliotheken“.  Auf dieser Seite lassen sich Links zu vielen Archiv- und Bibliotheksbeständen zum Thema 1. Weltkrieg finden.

Zahlreiche Kooperationspartner aus der Welt der historischen Forschung bürgen für die Seriosität von Clio-Online: Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften,

Bibliothek für Zeitgeschichte Stuttgart,  H-Soz-u-Kult – Kommunikation und Fachinformation für die Geschichtswissenschaften und Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz, sind hier beispielsweise zu nennen.

 

Die Österreichische Nationalbibliothek hat ein Archiv aller Ausgaben der Zeitschrift “Kikeriki” online gestellt. Dies ist Teil des Projekts “Anno“, das einen digitalisierten Einblick in historische Zeitungen und Zeitschriften gewährt. Die erste digitalisierte und veröffentlichte Ausgabe stammt aus dem Jahre 1700!

Alle Ausgaben sind auch als PDF speicherbar.

 

Leo-Bw

Zu Beginn dieser Woche hat ein neues Online-Portal mit für den Geschichtsunterricht relevanten Daten&Dokumenten seine virtuellen Pforten geöffnet.LEO-BW ist ein landeskundliche Informationssystem für Baden-Württemberg – bereitgestellt zum sechzigjährigen Jubiläum der Gründung des Südweststaats 2012. Das Internetangebot ist ein Beitrag des Landes Baden-Württemberg zur kulturellen Bildung und zur Informationsgesellschaft.

 

Wissenschaftlich Forschende erhalten einen vernetzten Zugang zu landeskundlichen Angeboten. Auch für den Schulunterricht bietet LEO-BW eine breite Palette von Materialien. Damit leistet LEO-BW einen Beitrag zur Stärkung der Medienkompetenz.

LEO-BW bietet einen freien Zugang zu hochwertigen Informationen,multimedialen Inhalten, Quellen und Literatur aus und über Baden-Württemberg. Mit einer einzigen Anfrage sind landeskundliche Basisinformationen aus verschiedenen Bereichen gebündelt erreichbar. Hier ist es nun möglich, Landeskunde online zu entdecken.

Die Materialien beinhalten folgende Themen:

  • 26.500 Orte
  • 40.000          Personen
  • 7.600          Kulturdenkmäler
  • 1.700           Museumsobjekte
  • 5.300           digitalisierte Handschriften und Bücher
  • 10.200          Porträts
  • 42.100          Ortsansichten und Luftbilder
  • 60.000          Statistikgrafiken und -tabellen
  • 1.100           Gemeindewappen
  • 1.100           Biografien
  • 734.000        Literaturhinweise
  • 452.000        Archivfindmittel (z.T. mit Digitalisaten)
  • 4.200           Auswandererlisten mit ca. 300.000 Einzelnennungen
  • 730                       Klosterbeschreibungen
  • 60                         Videoclips
  • 6.500           Urkunden
  • 100                       literarische Museen
  • 70                         NS-Gedenkstätten
  • 16                         3-D-Objekte
LEO-BW wird als Kooperationsprojekt inhaltlich getragen von zahlreichen namhaften Institutionen (->Partner). Die beteiligten Häuser bürgen für die Seriosität und Attraktivität des Angebots. Federführend bei der Umsetzung und Steuerung von LEO-BW ist das Landesarchiv Baden-Württemberg. Ein weiterer großer Partner ist das Landesmedienzentrum BW, das zu vielen der angebotenen Daten auch didaktische konzeptionierte Unterrichtsentwürfe und Themendatenbanken bietet. Diese sind über den SESAM Server auch online verfügbar.

 

Ein Teil der Artikel innerhalb dieses Blogs berichten von Online-Archiven. Für viele Geschichtswissenschaftler und -lehrkräfte ist dies ein positiver Trend – vereinfacht es doch den heuristischen Prozess der Quellen- und Informationssuche deutlich. Eine didaktische Operationalisierung hat in diesem Bereich jedoch noch nicht eingesetzt. Der schweizer Geschichts- und Mediendidaktiker Jan Hodel hat sich allerdings schon einmal Gedanken zu diesem Thema gemacht und sich gefragt, wie denn eine gezielte, unterrichtliche und den Vorgaben der Geschichtswissenschaft folgende Hinführung zum Thema aussehen könnte. Wie muss eine Komptenz – er nennt sie “Historische Online-Komptenz” – definiert sein? Eine Frage, deren Aufklärung durch die Forschungsarbeit zum Thema “Historische Medienkompetenz” der Abteilung für Geschichte an der PH-Karlsruhe vorangetrieben wird – hoffentlich bald.

Aber zum Thema: Das New York City Departement of Records gibt bekannt, dass es ein Archiv mit 870 000 Bildern online gestellt hat. Der Zugriff ist kostenlos. Gezeigt werden Bilder zur Stadtentwicklung der letzten 150 Jahre. Darunter sind, neben anderen Dokumenten wie Stadtplänen oder Film- und Tonaufnahmen, spektakuläre Aufnahmen, die bislang nicht ins Licht der Öffentlichkeit gelangten. Die Bilder wurden hauptsächlich von städtischen Angestellten gemacht, die diese Aufnahmen im Rahmen ihrer Tätigkeit erstellten. Doch darunter sind auch bekannte Namen, wie z.B. Eugene de Salignac, der es später zu einigem Ruhm brachte

 

Deutsch oder Englisch = ein Vergleich lohnt sich

Diagramme sind Darstellungen, die versuchen strukturelle Zusammenhänge und Datenmengen graphisch zu visualisieren. Das hier abgebildete Beispiel versucht die Verluste an Menschen durch den 2. Weltkrieg graphisch aufzuarbeiten – sowohl als Säulen-, als auch als Kreisdiagramm.

Ein durchaus kritisches Thema: Die genauen Verlustzahlen sind bis heute unbekannt. Zahlreiche Historiker streiten sich über die wahren Opferzahlen, während in Osteuropa, vorwiegend in Russland, immer neue Massengräber gefunden werden.

Nach Ulrich Mayer können  Diagramme im Unterricht verschiedene Aufgaben erfüllen: Sie dienen der historisch-politischen Bildung, dem Informationsgewinn, erlauben eine Problematisierung oder sind dazu geeignet wissenschaftliche Methoden kennen zu lernen. Die Problematisierung erlaubt es, Trends und Tendenzen aufzuzeigen, besonders wenn die Quellenlage uneindeutig und/oder widersprüchlich ist. Read on »

Rome Reborn ist eine internationale Initiative mehrerer Universitäten und Institutionen, deren Ziel es ist, die urbane Entwicklung der Stadt Rom als digitales 3D- Modell von der Bronzezeit bis zum Jahr 320 n.Chr. darzustellen. Zu diesem Zeitpunkt hatte Rom den Höhepunkt seiner Besiedelung erreicht. Vieles, was heute noch an Überresten zu bewundern ist, stammt aus dieser Zeit.

Rome Reborn 2.1: A Tour Through Ancient Rome from Bernard Frischer on Vimeo.

An dieser Stelle sei noch auf das GoogleEarth Projekt verwiesen, dass in seiner Software einen eigenen Layer für das antike Rom zur Verfügung stellt. Hierbei handelt es sich nicht um ein Video, sondern um eine interaktive Animation. Lernende können sich also “frei” darin bewegen. Es hat zwar nicht gleiche Qualität, wie das Rome Reborn Projekt, da aber die Software kostenlos zur Verfügung gestellt wird, ist der Einsatz in offenen Unterrichtssituationen oder in der Projektarbeit denkbar.