Archive for the ‘Geschichte digital’ Category

Die App Erinnerungsorte der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb umfasst mehr als 200 Erinnerungsorte mit Informationen über Gedenkstätten, Museen, Dokumentationszentren, Mahnmalen sowie Bildungsstätten und Initiativen, die an Menschen erinnern, die unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft ermordet wurden oder umgekommen sind. Die Orte werden anhand eines Kurztextes und mit Hinweisen zum pädagogischen Angebot vorgestellt, außerdem sind Informationen zu Ansprechpartnern, Anfahrt und Öffnungszeiten angegeben. Durchsucht werden kann die Datenbank nach Typen (Museum, Bildungsstätte etc.) Titel, Bundesland oder nach Ort/PLZ. Auch eine lokale Suche von Erinnerungsorten in der näheren Umgebung ist möglich.

Die mobile Software ermöglicht eine neue Form des Erinnerns an die Opfer des Nationalsozialismus und bietet ein neues Format zum Geschichtslernen. Sie möchte Anregungen für die historisch-politische Bildungsarbeit zum Thema Nationalsozialismus unter Einbeziehung von Erinnerungsorten geben und kann sowohl als interaktiver Reiseführer vor Ort oder auch als allgemeines Informationsangebot genutzt werden.

Das Online-Portal erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es zielt jedoch darauf ab, einen möglichst umfassenden Überblick über die verschiedensten Orte und Einrichtungen zusammenzutragen. Daher werden Hinweise und Vorschläge zu Erinnerungsorten, Initiativen oder Online-Angeboten gerne unter erinnerungskultur[at] bpb [dot] bund [dot] de entgegengenommen.

Die App kann kostenlos im iTunes-Store von Apple heruntergeladen werden.

Das Angebot wird kontinuierlich ausgebaut und soll in den nächsten Monaten auch für Android verfügbar sein. Sie basiert auf der Webseite der Datenbank und ist ein Produkt der bpb.

Kontakt für inhaltliche Rückfragen
Hanna Huhtasaari
Tel +49 (0)228 – 99515-226
Huhtasaari [at] bpb [dot] bund [dot] de

(Quelle Pressemitteilung BpB)

Clio-Online ist ein Themenportal zur Geschichte des 1. Weltkriegs und zeigt durch seine Entstehung, dass die Entwicklung einer eigenen “Digitalen Geschichtsdidaktik” immer notwendiger wird. Der Zugriff auf wichtige historische Bestände, Artefakte und Literatur wird zunehmend über digitale Schnittstellen möglich. Zumindest wird über  einen längeren Zeitraum hinweg, nicht weniger, sondern mehr Einfluss aus der Welt des Digitalen in die Geschichtswissenschaft und dadurch auch in die Didaktik des Geschichtsunterrichts einfließen.

Das Themenportal Clio-Online ermöglicht einen direkten und schnellen Zugriff auf thematisch zugeschnittene Informationsangebote. Durch die Bündelung von Volltexten, bibliotheksnahen Ressourcen, Internetverzeichnissen, und weiteren Ressourcen ist eine gezielte Informationssuche bei gleichzeitig hohem Qualitätsstandard möglich. Teil des Portals sind vorerst vier Bereiche:

  • Bündelung vorhandener Informationsangebote durch den Aufbau einer spezifischen Metasuchmaschine
  • Veröffentlichung aktueller Forschungsbeiträge und -information (Artikel, Rezensionen, Sammlungsbeschreibungen, Volltexte)
  • Bündelung von bestehenden themenrelevanten Internetressourcen
  • die Publikation von Quellen in elektronischer Form als Beitrag zu einer sich wandelnden Kommunikationskultur in den historischen Wissenschaften

Besonders interessant ist die Unterseite “Quellen- und Literaturbestände zum Ersten Weltkrieg in Archiven und Bibliotheken“.  Auf dieser Seite lassen sich Links zu vielen Archiv- und Bibliotheksbeständen zum Thema 1. Weltkrieg finden.

Zahlreiche Kooperationspartner aus der Welt der historischen Forschung bürgen für die Seriosität von Clio-Online: Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften,

Bibliothek für Zeitgeschichte Stuttgart,  H-Soz-u-Kult – Kommunikation und Fachinformation für die Geschichtswissenschaften und Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz, sind hier beispielsweise zu nennen.

 

 

 

Das Deutsche Historische Museum (DHM) stellt in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für zentrale Dienste und offene Vermögensfragen (BADV) eine weitere Bild-Datenbank ins Netz. Nach den Daten zum “Sonderauftrag Linz” und dem Central Collecting Point München folgt nun die Zusammenstellung der Kunstsammlung von Hermann Göring. DHM, BADV und Bundesarchiv stellen mit diesen Daten- und Bildbanken weiteres Quellenmaterial zur Kunstpolitik im Nationalsozialismus zur Verfügung, die der Provenienzforschung und interessierten Forschungsstellen dienen. Möglicherweise ist sie bei der Ermittlung von bis heute ungeklärtem Kunstraub hilfreich. Sie zeigt Bilder, Skulpturen, Möbel, Tapisserien und andere kunsthandwerkliche Gegenstände, die der Stellvertreter von Adolf Hitler vom Ende der 20er Jahre des 20. Jahrhunderts bis 1945 kaufte oder aus beschlagnahmtem Besitz übernahm. Diese Gegenstände waren hauptsächlich für ein in der Schorfheide bei Berlin geplantes Museum (die so genannte “Norddeutsche Galerie”) bestimmt. Der hier erfasste Bestand umfasst 4263 Werke.

Die Österreichische Nationalbibliothek hat ein Archiv aller Ausgaben der Zeitschrift “Kikeriki” online gestellt. Dies ist Teil des Projekts “Anno“, das einen digitalisierten Einblick in historische Zeitungen und Zeitschriften gewährt. Die erste digitalisierte und veröffentlichte Ausgabe stammt aus dem Jahre 1700!

Alle Ausgaben sind auch als PDF speicherbar.

 

Leo-Bw

Zu Beginn dieser Woche hat ein neues Online-Portal mit für den Geschichtsunterricht relevanten Daten&Dokumenten seine virtuellen Pforten geöffnet.LEO-BW ist ein landeskundliche Informationssystem für Baden-Württemberg – bereitgestellt zum sechzigjährigen Jubiläum der Gründung des Südweststaats 2012. Das Internetangebot ist ein Beitrag des Landes Baden-Württemberg zur kulturellen Bildung und zur Informationsgesellschaft.

 

Wissenschaftlich Forschende erhalten einen vernetzten Zugang zu landeskundlichen Angeboten. Auch für den Schulunterricht bietet LEO-BW eine breite Palette von Materialien. Damit leistet LEO-BW einen Beitrag zur Stärkung der Medienkompetenz.

LEO-BW bietet einen freien Zugang zu hochwertigen Informationen,multimedialen Inhalten, Quellen und Literatur aus und über Baden-Württemberg. Mit einer einzigen Anfrage sind landeskundliche Basisinformationen aus verschiedenen Bereichen gebündelt erreichbar. Hier ist es nun möglich, Landeskunde online zu entdecken.

Die Materialien beinhalten folgende Themen:

  • 26.500 Orte
  • 40.000          Personen
  • 7.600          Kulturdenkmäler
  • 1.700           Museumsobjekte
  • 5.300           digitalisierte Handschriften und Bücher
  • 10.200          Porträts
  • 42.100          Ortsansichten und Luftbilder
  • 60.000          Statistikgrafiken und -tabellen
  • 1.100           Gemeindewappen
  • 1.100           Biografien
  • 734.000        Literaturhinweise
  • 452.000        Archivfindmittel (z.T. mit Digitalisaten)
  • 4.200           Auswandererlisten mit ca. 300.000 Einzelnennungen
  • 730                       Klosterbeschreibungen
  • 60                         Videoclips
  • 6.500           Urkunden
  • 100                       literarische Museen
  • 70                         NS-Gedenkstätten
  • 16                         3-D-Objekte
LEO-BW wird als Kooperationsprojekt inhaltlich getragen von zahlreichen namhaften Institutionen (->Partner). Die beteiligten Häuser bürgen für die Seriosität und Attraktivität des Angebots. Federführend bei der Umsetzung und Steuerung von LEO-BW ist das Landesarchiv Baden-Württemberg. Ein weiterer großer Partner ist das Landesmedienzentrum BW, das zu vielen der angebotenen Daten auch didaktische konzeptionierte Unterrichtsentwürfe und Themendatenbanken bietet. Diese sind über den SESAM Server auch online verfügbar.

 

Ein Teil der Artikel innerhalb dieses Blogs berichten von Online-Archiven. Für viele Geschichtswissenschaftler und -lehrkräfte ist dies ein positiver Trend – vereinfacht es doch den heuristischen Prozess der Quellen- und Informationssuche deutlich. Eine didaktische Operationalisierung hat in diesem Bereich jedoch noch nicht eingesetzt. Der schweizer Geschichts- und Mediendidaktiker Jan Hodel hat sich allerdings schon einmal Gedanken zu diesem Thema gemacht und sich gefragt, wie denn eine gezielte, unterrichtliche und den Vorgaben der Geschichtswissenschaft folgende Hinführung zum Thema aussehen könnte. Wie muss eine Komptenz – er nennt sie “Historische Online-Komptenz” – definiert sein? Eine Frage, deren Aufklärung durch die Forschungsarbeit zum Thema “Historische Medienkompetenz” der Abteilung für Geschichte an der PH-Karlsruhe vorangetrieben wird – hoffentlich bald.

Aber zum Thema: Das New York City Departement of Records gibt bekannt, dass es ein Archiv mit 870 000 Bildern online gestellt hat. Der Zugriff ist kostenlos. Gezeigt werden Bilder zur Stadtentwicklung der letzten 150 Jahre. Darunter sind, neben anderen Dokumenten wie Stadtplänen oder Film- und Tonaufnahmen, spektakuläre Aufnahmen, die bislang nicht ins Licht der Öffentlichkeit gelangten. Die Bilder wurden hauptsächlich von städtischen Angestellten gemacht, die diese Aufnahmen im Rahmen ihrer Tätigkeit erstellten. Doch darunter sind auch bekannte Namen, wie z.B. Eugene de Salignac, der es später zu einigem Ruhm brachte

Mobiles Lernen ist im Bildungsbereich in aller Munde – zumindest unter den Medienpädagogen. Die Möglichkeit situatives Lernen mit Medien vor Ort nutzen zu können ist und war schon immer eine reizvolle Perspektive für Lehrkräfte an allen Schulen. Auch für den Geschichtsunterricht gäbe es zahlreiche Einsatzmöglichkeiten, wie z.B. die Möglichkeit, dass Lernende an historischen Orten Fotos aufnehmen, Geodaten sammeln, Sprachnotizen und Videos aufnehmen ect. Bislang stellte sich immer die Frage nach der Verfügbarkeit eines mobilen Endgerätes – einem Computer. Immer mehr Lernende haben diesen mittlerweile in ihrer Hosentasche – das SMARTPHONE.

 

 

Deutsch oder Englisch = ein Vergleich lohnt sich

Diagramme sind Darstellungen, die versuchen strukturelle Zusammenhänge und Datenmengen graphisch zu visualisieren. Das hier abgebildete Beispiel versucht die Verluste an Menschen durch den 2. Weltkrieg graphisch aufzuarbeiten – sowohl als Säulen-, als auch als Kreisdiagramm.

Ein durchaus kritisches Thema: Die genauen Verlustzahlen sind bis heute unbekannt. Zahlreiche Historiker streiten sich über die wahren Opferzahlen, während in Osteuropa, vorwiegend in Russland, immer neue Massengräber gefunden werden.

Nach Ulrich Mayer können  Diagramme im Unterricht verschiedene Aufgaben erfüllen: Sie dienen der historisch-politischen Bildung, dem Informationsgewinn, erlauben eine Problematisierung oder sind dazu geeignet wissenschaftliche Methoden kennen zu lernen. Die Problematisierung erlaubt es, Trends und Tendenzen aufzuzeigen, besonders wenn die Quellenlage uneindeutig und/oder widersprüchlich ist. Read on »

Rome Reborn ist eine internationale Initiative mehrerer Universitäten und Institutionen, deren Ziel es ist, die urbane Entwicklung der Stadt Rom als digitales 3D- Modell von der Bronzezeit bis zum Jahr 320 n.Chr. darzustellen. Zu diesem Zeitpunkt hatte Rom den Höhepunkt seiner Besiedelung erreicht. Vieles, was heute noch an Überresten zu bewundern ist, stammt aus dieser Zeit.

Rome Reborn 2.1: A Tour Through Ancient Rome from Bernard Frischer on Vimeo.

An dieser Stelle sei noch auf das GoogleEarth Projekt verwiesen, dass in seiner Software einen eigenen Layer für das antike Rom zur Verfügung stellt. Hierbei handelt es sich nicht um ein Video, sondern um eine interaktive Animation. Lernende können sich also “frei” darin bewegen. Es hat zwar nicht gleiche Qualität, wie das Rome Reborn Projekt, da aber die Software kostenlos zur Verfügung gestellt wird, ist der Einsatz in offenen Unterrichtssituationen oder in der Projektarbeit denkbar.

Die Arbeit mit Quellen stellt im Geschichtsunterricht die wichtigste Form der Arbeit mit Medien dar. Viele unterrichtliche Prinzipien lassen sich mit Hilfe der Auseinandersetzung mit Quellen erarbeiten – so z.B. die Vermittlung von Multiperspektivität oder die Herausarbeitung von multikausalen Zusammenhängen. Vor allem ermöglicht die Arbeit mit Quellen Lernenden eine unmittelbare, direkte und authentische Auseinandersetzung mit geschichtlichen Zusammenhängen. Quellenarbeit ermöglicht der Lehrkraft  zudem einen handlungsorientierten Zugang zur Vergangenheit und zur Geschichte zu schaffen – sofern dieser Zugang richtig konsekutiv und konstruktiv geplant wird.

Natürlich gestaltet sich eine vollständige Quellenanalyse mit Lernenden der Sekundarstufe I eher schwierig. Aber maßgebende Einzelschritte können auch mit jüngeren Schülerinnen und Schülern nachvollzogen werden (z.B Fragestellungen suchen, Abschnitte zusammenfassen, Informationen aus Quellen geignete Bilder zuordnen). Sind die Zusammenhänge klar dargelegt und die Lernenden verfügen über genügend Informationen zum Thema, können auch gelungene Quelleninterpretationen durchgeführt werden. Read on »