Karlsruhe Postkolonial

Was hat denn Karlsruhe mit dem Kolonialismus zu tun?!

Einleitung

Koloniale und kolonialrevisionistische Diskurse haben auch in Karlsruhe stattgefunden. Mit diesen Diskursen gibt und gab es nach dem zweiten Weltkrieg fast keine Auseinandersetzung oder sie wurden gezielt ignoriert. Wenn  beispielsweise bei der Reise des Karlsruher Professors Theodor Rehbock nach Deutsch-Südwestafrika in regionalen Zeitungen nur von Studienreise gesprochen wird obwohl sie die Besiedelung (also Enteignung) des Landes zum Ziel hatte, kann durch diese Leerstelle Rehbock weiterhin als ausnahmslos verdienstvoller Bürger Karlsruhes dargestellt werden. Auch muss sich niemand mit den Thematiken wie Enteignung, Rassismus oder Kolonialismus auseinandersetzen, der sich für Wasserbau in der Region interessiert. Durch solche sprachlichen Leerstellen wird das Wissenssystem aufrechterhalten, dass der Kolonialismus in Deutschland unbedeutend war. Indem aber Diskurse angeregt werden, kann auch eine Auseinandersetzung stattfinden. Das Ziel ist nicht, am Ende der Auseinandersetzung ein rein „gutes“ oder „böses“ Bild einer Person, eines Ereignisses oder gar der ganzen Stadt zu zeichnen, sondern eine differenzierte Auseinandersetzung zuzulassen.

Die Überschrift „Karlsruhe postkolonial“ müsste dabei eigentlich mit einem Fragezeichen versehen werden („Karlsruhe postkolonial?“). Eine erste Anregung der Auseinandersetzung mit der Geschichte der Stadt hilft sicherlich dabei, den Kolonialismus und eventuell auch koloniale Sichtweise zu überwinden. Letztendlich kann dies aber nur ein Anstoß sein für eine viel tiefer gehende Auseinandersetzung über Denkmuster, Darstellungen und Handlungen von „Anderen“, Gentrifizierungsprozesse in der Stadt, der Umgang mit Migrant*innen und vieles mehr.

Über diese Seite

Ziel dieser Seite ist es, einen Diskurs zu schaffen über die koloniale Vergangenheit, eine Auseinandersetzung mit der Stadtgeschichte anzuregen in einem Bereich, der häufig vergessen wird. Durch den konkreten geografischen Bezug können sich die Bürger*innen Karlsruhes sehr greifbar mit Kolonialthemen auseinandersetzen.

Ganz generell geht es um Fragen wie: wo sind Orte der Erinnerung an Personen, die einen Teil im (deutschen) Kolonialismus gespielt haben? Welches sind Orte, an denen koloniales Wissen (re-)produziert wurde, beispielsweise Ausstellungen, Schauen, Museen etc. Welche Stadtpersönlichkeiten haben sich für die koloniale Sache eingesetzt? Und weitere.

Zur besseren Übersichtlichkeit ist die Seite in vier Bereiche unterteilt.

Sie befinden sich gerade auf der Startseite „Karlsruhe Postkolonial“. Gehen Sie mit der Maus auf „Karlsruhe Postkolonial“ in der Menüleiste, öffnet sich das  Menü dieser Seite. Als erstes sehen Sie einen Menüpunkt mit der Überschrift Hintergrundwissen. Dort soll ein grober Überblick über die Zusammenhänge des Kolonialismus gegeben werden – denn die Geschichte Karlsruhes kann unmöglich unabhängig von der Geschichte Deutschlands oder gar Europas betrachtet werden. Sie werden beim weiteren Lesen der Homepage immer wieder auf Verlinkungen zu relevanten Artikeln in diesem Bereich stoßen. Wenn Sie also etwas nicht verstehen oder einordnen können, können beim „Hintergrundwissen“ weitere Informationen erhalten.

Im nächsten Teil geht es um die konkrete koloniale Geschichte Karlsruhes – eben Karlsruhe als koloniale Stadt.

Diese wird unterteilt in drei Teilbereiche: in Ausstellungen und Veranstaltungen geht es um solche Ausstellungen und Veranstaltungen, die koloniales Wissen (re-)produziert haben und / oder die Bevölkerung für die koloniale Frage begeistern wollten. Bei Personen geht es um Menschen, die sich in Karlsruhe für die koloniale Sache eingesetzt haben. Im Bereich Wirtschaft und Handel geht es um Karlsruher Unternehmen, die ökonomisch vom Kolonialismus profitiert haben – die also erst durch den Kolonialismus entstehen oder zu Wohlstand kommen konnten.

Nachdem es um Karlsruhe als koloniale Stadt ging, soll aber auch der Bezug zu Heute hergestellt werden – ist Karlsruhe: neokolonial oder postkolonial? Deshalb wird zuerst im Punkt Orte der kolonialen Erinnerung auf die Orte in Karlsruhe hingewiesen, die immer noch am die koloniale Vergangenheit erinnern und diese gegebenenfalls sogar ehren. Es soll aber auch darauf eingegangen werden, wo sich schon mit dieser Vergangenheit auseinandergesetzt wurde oder diese Auseinandersetzung heute noch stattfindet im Bereich Auseinandersetzung.

Schlussendlich sollen auch Sie die Möglichkeit bekommen, sich mehr mit dem Thema auseinandersetzen zu können. Im Bereich Literatur finden sie diejenige Literatur, die zum Erstellen dieser Seite benutzt wurde und die in den einzelnen Artikeln angegeben wird.

Viel Spaß beim Stöbern!