Das Leben auf einer mittelalterlichen Burg

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Unterrichtseinheit: Das Mittelalter[Bearbeiten]

Themen[Bearbeiten]

  • Ursprung des Begriffs Mittelalter
  • Leben im Mittelalter --> Ständegesellschaft (Feudalsystem/Lehnswesen)
  • Burg im Mittelalter --> Aufbau und Leben
  • Praktisches Element: Ausflug

Kompetenzen[Bearbeiten]

1. Fragekompetenz[Bearbeiten]

  • Ziel der historische Fragekompetenz: ermöglicht es jungen Menschen aus der Vergangenheit Informationen in Form von Geschichte zu erhalten
  • Geschichte ist nicht = Vergangenheit
  • Unterschiede: mittelalterliches Leben und heutiges Leben aufgrund gezielter Fragen vergleichen

2. Methodenkompetenz[Bearbeiten]

  • ermöglicht einen kritischen und autonomen Umgang mit der Vergangenheit durch Re- und Dekonstruktion
  • Erarbeitung und Erschließung von themenrelevantem Wissen durch authentische Bild- und sprachlich angepasste Textquellen [1], sowie didaktisiertem Material

3. Sachkompetenz[Bearbeiten]

  • In Verbindung mit der Methodenkompetenz werden für das Mittelalter typische Begriffe (Ritter,Burg,Lehnswesen,...) erarbeitet und verstanden

4. Orientierungskompetenz[Bearbeiten]

  • Aktualitätsbezug herstellen
  • Vergleich der „Stände“ früher und der Gesellschaft heute; veränderte (Gesellschafts-) Strukturen des Lebens erkennen
  • Wirtschaft, Kultur & Politik besser verstehen

--> Burg als ZENTRUM, heute dezentralisiert


Beispiel: Das Leben auf einer mittelalterlichen Burg (4.Klasse)[Bearbeiten]

Ziel des Teilbereichs[Bearbeiten]

  • Die SuS wissen um die Struktur des Lebens auf einer Burg und die Funktionen der einzelnen Burgbewohner
  • Die SuS sind in der Lage mit digitalen Medien eine Bildergeschichte zum Thema „Das Leben auf einer mittelalterlichen Burg“ (Ergebnissicherung) zu erstellen und dieses vor ihren Mitschülern zu präsentieren

Kompetenzen[Bearbeiten]

Fragekompetenz[Bearbeiten]

Die Fragekompetenz bezieht sowohl auf die Fähigkeit, eigene Fragen an die Vergangenheit zu formulieren als auch fremde Fragen zu erkennen und damit zu arbeiten [2] Ein übergeordnetes Ziel des in den MeNuK-Unterricht integrierten Geschichtsunterricht ist es, die SuS anzuleiten, eigene Fragen an die Vergangenheit zu stellen, um daraus Rückschlüsse für die Gegenwart zu ziehen. Da diese Kompetenz zunächst erworben werden muss, ist es unerlässlich, dass die Lehrperson auch beispielhafte Fragestellungen vorgibt, die die Schüler auf der einen Seite zum Nachdenken und auf der anderen Seite zu weiterreichenden Fragestellungen anregen sollen. Im konkreten Beispiel wird den SuS eine Fragestellung zum Leben auf einer mittelalterlichen Burg vorgegeben, die sie im Folgenden durch eigenständige Recherche beantworten. Dabei aufkommende, weiterreichende Fragen der SuS werden mit aufgegriffen. Durch fortführendes Material wird so die Möglichkeit gegeben, die eigenen Fragen selbständig forschend zu erschließen.

Methodenkompetenz[Bearbeiten]

Für die Unterrichtseinheit "Das Leben im Mittelalter" eignet sich die Verwendung didaktisierter Materialien. In Frage kommen hierbei sowohl kurze Texte, als auch Karten und Bilder. Auch Primärquellen eignen sich, wie z.B. Gemälde oder originäre Gegenstände. Die Re- und Dekonstruktion von Quellen wird sich mit GrundschülerInnen vermutlich schwierig gestalten; umso wichtiger ist deshalb das detaillierte Vorausdenken der Lehrperson. Diese sollte die Re- und Dekonstruktion vorab selbst durchführen, um den Schülerinnen und Schülern altersgerechte und vom Anspruch geeignete Materialien zur Verfügung stellen zu können. Für die Unterrichtssequenz "Das Leben auf einer mittelalterlichen Burg" eignet sich besonders die Verwendung von didaktisiertem Material, wie zum Beispiel dem Aufbau einer Burg [3], oder einer Darstellung der Burgbewohner mit ihren Funktionen [4] Hierbei könnten die SuS die Burgbewohner und ihre Funktionen anhand von vorgelegten Texten in Kleingruppen näher kennen lernen. Dabei fasst je eine Kleingruppe die nötigen Informationen über eine zugeteilte Person aus dem Mittelalter zusammen. Anschließend verwenden die SuS Playmobil-Figuren und passende Requisiten und stellen eine für den betreffenden Burgbewohner typische Szene nach. Diese wird abfotografiert und anschließend den MitschülerInnen präsentiert. Dabei wird neben dem Foto auch die erarbeiteten Informationen über den Burgbewohner vorgestellt. Durch das Zusammenfügen aller Fotos in eine Reihenfolge, entsteht eine historische Narration , die die Ergebnissicherung für diese Unterrichtssequenz darstellt.

Sachkompetenz[Bearbeiten]

Selbstverständlich ist es in der Grundschule unerlässlich, komplexe Begriffsstrukturen didaktisch zu reduzieren, um sie den SuS verständlich nahezubringen. Beim gegebenen Thema gibt es jedoch eine Fülle an Begriffen, die die SuS sich selbständig aneignen und verstehen können. Vor allem Personenbezeichnungen (Ritter, Burgherr, Vogt, …) sowie die Bestandteile mittelalterlicher Burgen (Bergfried, Burggraben, Falltor, ...) sind für die Schüler trotz historisch konkreter Korrektheit von angemessener Komplexität. In Verbindung mit einem Ausflug zu einer mittelalterlichen Burg können die erlernten Begrifflichkeiten teilweise konkret visuell wahrgenommen werden.

Orientierungskompetenz[Bearbeiten]

Für diesen Teilbereich des Themas sind die anderen Kompetenzen deutlicher und gewichtiger; unter dem Gesamtkontext des Themas „Mittelalter“ ist die Orientierungskompetenz jedoch gleich gewichtet. Auch ist zu sagen, dass die Orientierungskompetenz aufgrund ihrer weitreichenden Struktur in allen anderen Teilkompetenzen wenigstens partiell enthalten ist.

Ablauf der Unterrichtssequenz[Bearbeiten]

Einstieg/Inputphase[Bearbeiten]

Da die übergeordnete Unterrichtseinheit das Thema "Mittelalter" ist, muss das Unterthema "Das Leben auf einer mittelalterlichen Burg" nicht mehr zeitaufwendig eingeführt werden. Um die Schüler jedoch nicht unvorbereitet mit dem neuen Thema zu konfrontieren, könnte die Lehrperson gemeinsam mit den Schülern eine Mind-Map erstellen (an der Tafel oder auf einem Plakat) und dadurch das Vorwissen der Schüler aktivieren. Zudem erfährt die Lehrperson mit dieser Methode, wo die Schüler mit ihrem Wissensstand zu diesem Thema aktuell stehen. Nach dem kurzen Einstieg , werden die vom Lehrer ausgewählten Burgbewohner den Schülern, anhand von Bildern, kurz vorgestellt. Dabei sollen jedoch nicht zu viele Informationen preisgegeben werden, da die Schüler dies später selbst erarbeiten sollen. Im Anschluss werden 4er oder 5er Gruppen gebildet (variierend nach Größe der Klasse) und die Themen werden zugeteilt. Es bleibt dabei der Lehrperson überlassen, ob sie die Gruppen selbst einteilt, oder ob die SuS sich zu Grüppchen zusammenfinden. Sobald jede Gruppe die didaktisierten Materialien [5] von der Lehrperson bekommen hat, beginnt die Erarbeitungsphase.

Erarbeitungsphase[Bearbeiten]

Die Gruppen bekommen 15 Minuten Zeit, sich die Texte durchzulesen und die wichtigsten Informationen herauszufiltern.Der Arbeitsauftrag dazu könnte in etwa lauten: "Lies dir den Text über den Burgbewohner durch. Schreibe dir auf, um wen es sich handelt und welche Aufgabe er/sie hat." Da die Texte von angemessener Länge sind, dürfte diese Zeitangabe angemessen sein, zumal die restliche Zeit für die Arbeit mit Playmobil benötigt wird. Die Lehrperson beantwortet aufkommende Fragen und gibt Hilfestellungen. Nach Beendigung der Erarbeitungsphase erhalten die SuS folgenden Arbeitsauftrag: "Macht gemeinsam ein Foto für unsere Bildergeschichte zu eurem Burgbewohner. Stellt die Person danach kurz euren Mitschülern vor."

Festigung[Bearbeiten]

Die SuS haben nun die Aufgabe, eine Erzählung über die Vergangenheit, anhand von Playmobil, zu konstruieren. Dabei muss vom Lehrer im Vorfeld geklärt werden, wie die Bilder aufgebaut sein sollen, sodass diese am Ende zu einer flüssigen Narration zusammengeführt werden können. Wenn jede Gruppe ihr Bild mit dazugehörigem Text fertiggestellt und der Lehrer die Bilder nochmals auf mögliche Fehler untersucht hat, können die einzelnen Gruppen ihre Ergebnisse vorstellen. Somit erfahren alle SuS etwas über jeden Burgbewohner. Für die Erarbeitungsphase und die anschließende Arbeit mit Playmobil, sollte eine Doppelstunde eingeplant werden. Die zusammenhängende Narration kann bei Bedarf auch ins Internet gestellt werden, wo die SuS sie ihren Eltern oder Freunden zeigen können. Diese Art der Ergebnissicherung ist sehr motivierend für die Kinder und prägt sich gut ins Gedächtnis ein.

Präsentationsbeispiel[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kümper, Hiram und Miriam Pastors (2008). Mittelalter. Schwalbach/Taunus: Wochenschau Geschichte 62-66
  2. Kühberger, Christoph (2009). Kompetenzorientiertes historisches und politisches Lernen. Methodische und didaktische Annäherungen für Geschichte, Sozialkunde und Politische Bildung. Innsbruck: StudienVerlag
  3. Aufbau einer Burg
  4. Mai, Manfred (²2006). Ritter und Burgen. München: cbj-Verlag
  5. Mai, Manfred (²2006). Ritter und Burgen. München: cbj-Verlag

Quellen[Bearbeiten]