Kriegspropaganda im Zeichentrickfilm

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Multiperspektivische Zugänge zum Thema WKII mittels Zeichentrickfilme:

Möglichkeit zur Dekonstruktion und Filmanalyse (Wahl der Bildmittel, Decodierung von Klischees, Ressentiments und Übertreibungen, gewünschtes Verhalten beim Empfänger etc.) Möglichkeit zur Rekonstruktion: Die nach der Filmanalyse erarbeiteten Codes auf ihren Wahrheitsgehalt anhand von Originalquellen und Darstellungen überprüfen.


Amerikanische Filme:[Bearbeiten]

Der Fuehrer's Face[Bearbeiten]

Der Fuehrer's Face (deutsch: Das Gesicht des Führers) ist ein US-amerikanischer Zeichentrickfilm, der am 1. Januar 1943 uraufgeführt wurde. Die Walt-Disney-Produktion mit dem Publikumsliebling Donald Duck in der Hauptrolle war Propaganda gegen das Dritte Reich und gewann einen Oscar für den besten animierten Kurzfilm.

Klischees und Überspitzungen[Bearbeiten]

[http://de.wikipedia.org/wiki/Der_Fuehrer%E2%80%99s_Face hier) zum Originalartikel auf Wikipedia „Der Fuehrer’s Face“ steckt voller boshaft-ironischer Anspielungen auf das Dritte Reich und vermeintlich „typisch deutsche“ Tugenden und Bräuche. Die damalige Absicht des Films war es, den Alltag eines Durchschnittsdeutschen so negativ wie möglich darzustellen, um so die propagierte Überlegenheit der USA zu demonstrieren. Dabei wird etwa auf folgende Darstellungen zurückgegriffen:

  • Das Tapetenmuster in Donalds Zimmer, der Anhänger am Band des Rollos, die Büsche und Bäume vor dem Haus, der Zaun, die Strommasten, die Ziffern des Weckers, ein Hydrant, die Wolken, sowie die Mühlräder an den Windmühlen im Hintergrund haben die Form von Hakenkreuzen.
  • Der Kuckuck aus der – typisch deutschen – Kuckucksuhr steht an der Spitze einer Stange, die aus Hakenkreuzen gebildet wird, erhebt die Hand zum Hitlergruß und schreit „Heil!“. Mit seinem Bärtchen und einem Seitenscheitel sieht er Hitler sehr ähnlich.
  • Der Hahn vor dem Haus weckt ebenfalls mit einem Hitlergruß
  • Das Haus von Donald Duck karikiert mit gekonnt eingesetzten Schatten (als Scheitel), Dachgiebeln und dem Fenster (als Bart) das Gesicht von Adolf Hitler.
  • Der Wecker trägt eine Pickelhaube, seine Zeiger deuten einen Hitlergruß an und er stöhnt leise „Heil Hitler“.
  • An der Wand hängt ein Bild mit der Aufschrift „Heil Sweet Heil“.
  • Die Blaskapelle aus der ersten Szene karikiert den „Marschmusik liebenden Deutschen“. Sie marschiert im [Stechschritt.
  • „Mein Kampf“ wird als Pflichtlektüre aller Deutschen dargestellt.
  • Donald erhält knapp gebrüllte Anweisungen von einem deutschen Soldaten („Auf, sofort!“ „Mach schnell!“ „Heraus, Schweinhund!“). Wenn er nicht sofort gehorcht, wird ihm mit einem Bajonett nachgeholfen.
  • Donald hat für die Zubereitung einer Tasse Kaffee nur eine Bohne zur Verfügung, die er nur ein paar mal in das Wasser tunkt und sofort wieder in seinem Safe hinter einem Hitlerbild einschließt, da er befürchtet, dass sie ihm weggenommen werden könnte.
  • Da es in „Nutzi Land“ keine Eier und Schinken gibt, muss er sich zumindest den Geschmack mit einem Spray in den Hals sprühen. Er benötigt eine Säge, um das harte Brot zu schneiden, welches bei genauerem Hinsehen aus Holz besteht.
  • Bevor Donald in der Fabrik gezeigt wird, heißt es „Welcome Workers of Nutzie Land! What a glorious privilege is yours to be a Nutzie who works 48 hours a day for the Fuehrer“ („Willkommen Arbeiter von Nutzie Land! Welch ein prachtvolles Privileg, ein Nutzie zu sein und 48 Stunden pro Tag für den Führer arbeiten zu dürfen.“)
  • Während Donald in der Fabrik die Munition für meist großkalibrige aber auch kleinkalibrige Geschütze herstellt, muss er bei jedem Hitlerbild, das auf dem Förderband vorbeizieht, den Führergruß machen. Als er einmal seinen Ärger über diese Sinnlosigkeit in sich hineinmurmelt, heißt es von den Wachen „What’s that you say, Schweinehund, verdammter Esel? Heil Hitler!
  • Die Sprachrohre, die auf Donald in der Fabrik einschreien, symbolisieren die Propaganda, die im Zweiten Weltkrieg den Deutschen eine heile Welt vorgelogen hat.
  • Bei den Gymnastikübungen, die Donald während seines „Urlaubes“ (in der Fabrik, vor einem Bild der Alpen) machen muss, bilden seine Arme und sein Kopf das Hakenkreuz. Auch wird hier der harte Drill der Deutschen behandelt „sodass man härter für den Führer arbeiten kann“ („[...]so that we can work harder for the Fuehrer“)

Dem gegenüber steht die dargestellte heile amerikanische Welt, in der Donald am Ende des Films nach dem extrem delirischen Traum erwacht. Ähnlich wie zuvor das Hakenkreuz ist hier die US-Flagge und verschiedene andere nationale amerikanische Symbole (Freiheitsstatue, „Home Sweet Home“-Schriftzug, Schlafanzug) vorherrschend und zum Positiven hin überspitzt.

Aufgrund der Tatsache, dass Donald Duck im Film zeitweise als Nationalsozialist porträtiert wird, wurde der Film von Disney lange unter Verschluss gehalten. Seit 2004 ist er in den USA auf der Doppel-DVD Walt Disney: On the Front Lines erhältlich, in Deutschland wurde er jedoch nie offiziell veröffentlicht oder aufgeführt.

weitere Filme[Bearbeiten]

Education for Death

Deutsche Filme[Bearbeiten]

Die Deutsche Zeichenfilm GmbH war eine von 1941 bis 1944 aktive Produktionsfirma für Animationsfilme. Sie wurde im nationalsozialistischen Deutschen Reich gegründet und sollte als deutsches Konkurrenzunternehmen zum weltweit dominierenden US-amerikanischen Trickfilmkonzern Walt Disneys aufgebaut werden. Aufgrund der geringeren Ressourcen und der Belastungen durch den Krieg konnte dieses Vorhaben nicht realisiert werden.



Sowjetische Filme[Bearbeiten]

Antikommunistische Filme[Bearbeiten]

Antiamerikanische/-imperialistische Filme[Bearbeiten]