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Definition des Begriffs „Berufswahl“

Die Integration von nachwachsenden Gesellschaften ist sehr wichtig und mindestens so alt wie die moderne Arbeitsgesellschaft selbst.

Bereits seit den frühen Jahren des 20. Jahrhunderts besteht eine offene Diskussion darüber, welche Anforderungen Jugendliche, für die Bewältigung des Übergangs von Schule in die Arbeitswelt, erreichen müssen. Zusätzlich wird diskutiert wie dieses Unterfangen pädagogisch und institutionell gefördert werden kann. Für diesen Übergang, wurde Anfang des 20. Jahrhunderts der Begriff der Berufswahl oder Entwicklungsaufgabe auferlegt.

Unter sogenannten Entwicklungsaufgaben, werden Lernaufgaben verstanden. Diese Lernaufgaben bilden sich im Laufe des Lebens aus Gründen, wie die des körperlichen Reifungsprozesses oder den gesellschaftlichen Erwartungen und müssen individuell in bestimmten Lebensphasen bewältigt werden (vgl. Brüggemann 2020, S. 11).

Der Übergang von Schule und Beruf als gesellschaftliche Herausforderung

Daraus entwickelten sich die ersten berufswahltheoretischen Ansätze im deutschsprachigen Raum.

Bei der Berufswahl musste es zwischen Berufs- und Personenmerkmalen zu einem Match kommen. Dadurch sollte den Jugendlichen die Eignung und Neigung, sowie die beruflichen Möglichkeiten, besser erkundet werden und somit beide zu einer Passung bringen.

Um es weiter auszuführen, wurde es mit einer doppelten Norm verbunden, die in der Grundtheorie bis heute anhält. Zum einen ist die Berufswahl eine Folge von Teilhandlungen, die individuell zu realisieren sind.

Die Jugendlichen sollen auf der Basis des aufbauenden Wissens, von ihren eigenen Fähigkeiten und Interessen, eine für sich zugeschnittene berufliche Perspektive entwickeln. Zum anderen wird von den Jugendlichen erwartet, dass sie sich wie strategische Arbeitsmarktsubjekte verhalten.

Dabei sollen die Ziele und Wünsche der Jugendlichen sich variabel dem anpassen, was auf dem Ausbildungsmarkt für sie realisierbar erscheint. Jedoch wird die doppelte Norm aus pädagogisch- psychologischer Sicht immer wieder kritisiert. Der Grund hierfür liegt, während eines Lehrstellenmangels, in der Freiheit der Entscheidungen für einen Beruf. Durch den Fall eines Lehrstellenmangels und der doppelten Norm wird aus dem freien Willen, welcher Beruf später gewählt wird, ein Allokationsprozess. Unstrittig bleibt jedoch, dass die Beendigung der Berufsorientierung nicht im Jugendalter aufhört oder abgeschlossen ist.

Die beruflichen Lebensverläufe sind in den letzten Jahren und Jahrzehnten deutlich vielfältiger geworden, als noch Anfang des 20. Jahrhunderts (vgl. Brüggemann 2020, S. 11ff.).

So schrieb auch Butz im Jahr 2008:

„…lebenslanger Prozess der Annäherung und Abstimmung zwischen Interessen, Wünschen, Wissen und Können des Individuums auf der einen und Möglichkeiten, Bedarf und Anforderungen der Arbeits- und Berufswelt auf der anderen Seite. Beide Seiten, und damit auch der Prozess der Berufsorientierung, sind sowohl von gesellschaftlichen Werten, Normen und Ansprüchen, die wiederum einem Wandel unterliegen, als auch den technologischen und sozialen Entwicklungen im Wirtschafts- und Beschäftigungssystem geprägt.“  (Butz 2008, S. 50)

Die Berufsorientierung sollte sich also nicht nur auf die Jugendlichen beziehen, sondern auf den gesamten Lebenslauf. Somit kann auch der Übergang von der Schule in die Arbeitswelt, als ein Bestandteil der Allgemeinbildung gesehen werden und als ein bedeutender Abschnitt im Prozess des lebenslangen Lernens (vgl. Brüggemann 2020, S. 13).

Berufsorientierung als pädagogischer Auftrag

Schüler und Schülerinnen sollen als eigene Akteure/innen ihren späteren Beruf für sich finden. Jedoch kann es bei der Berufswahl auch Unterstützung geben, damit die Schüler/innen es als eigene Aufgabe verstehen und schaffen. Bei einer Befragung von Schüler/innen stimmten sie zu, dass es wichtig sei, bereits früh mit der Wahl und Befassung des Berufs zu beginnen. Das bedeutet, dass die Einstellung gegenüber der Berufswahl positiv ist. Allerdings heißt es nicht, dass sie auch für jeden erfolgreich von statten geht.

Aus diesem Grund wurde es als ein pädagogischer Auftrag gesehen, die positive Einstellung der Schüler/innen, zu einem positiven Resultat zu führen.

Mit anderen Worten, soll das Ziel der pädagogischen Unterstützung sein, den gesamten Berufsorientierungsprozess zu fördern.

Somit soll die Wahrscheinlichkeit für die Jugendlichen steigen, die einzelnen Teilaufgaben des Berufswahlprozesses, von den beruflichen Möglichkeiten über die Spezifikation eines Berufswunsches und der Exploration des Selbst, zu den konkreten Anschlussplanungen und der Ausbildungsplatzsuche, komplett zu bearbeiten und zu lösen (Brüggemann 2011, S. 298f.).

Das heißt, es muss ein kollektives Unterstützungsangebot gefunden werden, damit jeder individuell gefördert werden kann. Ein weiteres Problem mit dem der pädagogische Auftrag konfrontiert wird, ist das rechtzeitige kümmern und starten mit dem Berufswahlprozess.

Es muss eine systematische Unterstützung, während der rechtzeitigen Bearbeitung von allen Teilaufgaben für den gesamten Orientierungsprozess, stattfinden. Wichtig ist dabei, dass die Verantwortung den Jugendlichen nicht abgenommen wird und es sich lediglich um eine Unterstützung handelt. Dies würde zu einer Verbesserung des Übergangserfolges von der Schule in die Ausbildung steigern. Um abschließend noch ein allgemeines Ziel des pädagogischen Auftrags für jeden zu formulieren, der sich mit der Thematik des Übergangs von Schule und Beruf befassen möchte, kann gesagt sein, das Lehrenden, Studierenden und allen Personen ein komprimierter Ein- und Überblick über die Studien- und Berufsorientierung gegeben werden muss, damit es zu erfolgen kommen kann (Brüggemann 2020, S. 17f.).

Berufsorientierung in einer postmodernen Gesellschaft

Für die Jugendlichen heißt es, eigenverantwortlich eine Entscheidung zu treffen, über einen möglichen späteren Beruf und einen allgemeinen Berufsweg. Dieser Berufsweg sollte zu dem eigenen Lebenskonzept passen und gleichzeitig fundamentale Konsequenzen für kommende soziale, kulturelle und beruflich- ökonomische Lebenschancen parat halten. Maßgeblich ist die Transformation der Erwerbsarbeit für Berufswahlprozesse. Hierbei ist sowohl der gesamtgesellschaftliche Fokus, sowie eine individuelle Perspektive markant. Außerdem erwartet die Jugendlichen in ihrer Lebenssituation, eine sich ständig wandelnde und vervielfältigende private Lebensform, die im engen Zusammenhang zu dem Erwerbsleben steht. Zusätzlich spielt die Berufsorientierung eine Rolle im Kontext der Identitätsentwicklung für die noch jungen Leute. Besonders in der heutigen postmodernen Gesellschaft hat dies eine völlig neue Bedeutung bekommen. All diese Punkte zeigen einmal mehr, wie wichtig die Berufswahlorientierungsprozesse am Ende der Schulzeit in unserer postmodernen Zeit sind. Deshalb ist es elementar, bestehende Berufswahlorientierungskonzepte kritisch zu hinterfragen und zu reflektieren, um daraus ein Unterstützungsangebot für die Jugendlichen zu formulieren und sich den Herausforderungen zu stellen (Brüggemann 2017, S. 21f.)

Der Berufswahlpass

Was ist der Berufswahlpass?

Durch die Veränderung unserer Berufs- und Arbeitswelt hat sich in den letzten Jahren, die Berufsorientierung als eine der wichtigsten Aufgaben der allgemeinbildenden Schulen herausgestellt.

Der Übergang von der Schule in die Berufswelt geht mit vielseitigen Problemen und Fragen der Schülerinnen und Schüler einher.

Kompetenzen der Berufsorientierung reichen von Bewerbungstraining, bis hin zu Selbstreflektion und vielem mehr. Im Zuge dessen muss die Berufsorientierung nicht ein einziges Ziel vor Augen haben, sondern die Schülerinnen und Schüler auf einen lebenslangen Prozess der Berufsorientierung vorbereiten.

Der Berufswahlpass bietet ein Instrument, welches den Schülerinnen und Schülern diesen Prozess erleichtern und ermöglichen soll. Die Berufsorientierung als lebenslange Planung wird hier durch unterstützt, indem der Berufswahlpass Struktur und Orientierungsgrundlage bietet. Diese Struktur reicht von der Reflektion der eigenen Person über Interessen, Stärken und Fähigkeiten, bis hin zu konkreten Zukunftsplänen und Berufsinteressen. Der Berufswahlpass kann als Dokumentationsinstrument bezeichnet werden, welcher den lebenslangen Prozess der Berufsorientierung unterstützt und begleitet. Die Einführung eines solchen Dokumentationsinstrumentes kann schon ab der Klassenstufe 7 erfolgen und den WBS-Unterricht unterstützen, weshalb hier besonders der pädagogische Auftrag der Berufsorientierung der Lehrkräfte sinnvoll erfüllt werden kann (vgl. Berufswahlpass 2021).

Dieses Instrument bietet also ein pädagogisches Hilfsmittel, um den Übergang zwischen Schule und Beruf für die Schülerinnen und Schüler zu erleichtern.

Dies gelingt, indem er sie bei der beruflichen Orientierung unterstützt oder auch Angebote zu verschiedenen Berufswegen vorstellt.

Dabei werden die Schülerinnen und Schüler mit ihren Stärken, Schwächen und Fähigkeiten konfrontiert.

Dies kann beispielsweise durch Mind-Maps erarbeitet werden, um Ihnen schließlich den Weg zur Berufswahl zu erleichtern und ihren persönlichen Berufsweg anhand der Dokumentation zu planen (vgl. Berufswahlpass 2021).

Konzept & Aufbau

Der Berufswahlpass soll die Schülerinnen und Schüler frühzeitig zur beruflichen Orientierung motivieren.

Hierbei gilt es die Eigeninitiative zu fördern und Interesse an beruflicher Orientierung zu vermitteln.

Um dieser Aufgabe gerecht zu werden, wurde der Berufswahlpass in vier Teile unterteilt. Die Inhalte des Berufswahlpasses sind folgendermaßen strukturiert (vgl. Berufswahlpass 2021)

Teil 1: Angebote zur Berufsorientierung

  • Berufsorientierungskonzepte der Schule
  • Was ist Berufsorientierung? Fragen und Antworten
  • Relevante Partner im Orientierungsprozess
  • Seiten der Bundesagentur für Arbeit mit Berufsorientierungsmaterialien und -instrumenten

Teil 2: Mein Weg zur Berufswahl

  • Materialien/Instrumente zur Ermittlung eines Kompetenzprofils u. a. mit Selbst- und Fremdeinschätzung, Auswertung, Reflexion
  • Lernplanung
  • Übergangsplanung: Materialien mit Aufforderungscharakter zur Selbsttätigkeit

Teil 3: Dokumentation

  • Informationsbank
  • Zeugnisse, Zertifikate, Bescheinigungen
  • weitere Dokumente, die Aktivitäten und Kompetenzen nachweisen
  • persönliche Interessen, Stärken, Berufsziele, Praktika Bescheinigungen
  • Sortiertes Register

Teil 4: Hilfen zur Lebensplanung

  • Hinweise zum Umgang mit Datenschutz, persönlichen Unterlagen, Einkommen, Versicherungen, etc.

Der Berufswahlpass gilt seit einigen Jahren als eines der wichtigsten Instrumente für die Berufs- und Studienorientierung.

Für die erfolgreiche Einbindung des Berufswahlpasses in den schulischen Unterricht ist die Begleitung durch die Lehrkräfte von großer Relevanz.

Um eine schulinterne Berufsorientierung zu ermöglichen, muss der Berufswahlpass also sinnvoll in die Curricula eingebunden und erarbeitet werden. Ein Beispiel dazu in (7)

Verfügbarkeit

Der Berufswahlpass bietet seit dem 4. Juni 2018 sowohl in gedruckter als auch in digitaler Form, eine Hilfestellung zur Berufsorientierung. Unterstützt wird der Berufswahlpass von den einzelnen Bundesländern, welche unterschiedliche Varianten anbieten und diese für Lehrende, aber auch für Schülerinnen und Schüler direkt zugänglich machen. Der Berufswahlpass wird zwei Mal jährlich als Sammelbund geliefert, welcher Schulen bundesweit versorgt. Die jeweiligen Bestellmöglichkeiten, Fristen und Preise sind je nach Bundesland unterschiedlich (vgl. Berufswahlpass 2021). Der Berufswahlpass bietet zudem verschiedene Versionen an. Neben der ursprünglichen Version in Druck und Dateiform wurde das Angebot auf einige ansprechende Varianten erweitert. Beispielsweise ist der Berufswahlpass auch in einfacher Schrift und Sprache, aber auch in zahlreichen Fremdsprachen wie Englisch, Französisch und viele mehr erhältlich. Diese kostenlosen Inhalte decken das Themengebiet also nicht nur thematisch gut ab, sondern lassen auch Spielraum für Variationen. Hinzu kommen verschiedene Handreichungen für Lehrkräfte, Prospekte und Arbeitsblätter für Schülerinnen und Schüler, welche direkt von der Agentur für Arbeit bereitgestellt wurden. Diese dienen der Erweiterung und Vertiefung des Berufswahlpasses (vgl. Lis 2021).

Vorteile des Berufswahlpasses

Der Berufswahlpass fördert nicht nur die Eigeninitiative der Schülerinnen und Schüler, sondern bietet zudem einen Orientierungsansatz im Bezug auf die Berufswahl. Die Strukturierung der Angebote zur Berufsorientierung soll den Schülerinnen und Schülern den Überblick erleichtern und somit eine kompetente Auseinandersetzung mit der Thematik ermöglichen. Die Auseinandersetzung mit den eigenen Stärken, Schwächen und Fähigkeiten dient der Selbstreflektion und bereitet die Schülerinnen und Schüler auf ihr späteres Berufsleben vor. Konkret bedeutet das für…

…Schülerinnen und Schüler

Eine zielgerichtete Auseinandersetzung mit der Lebensplanung und Berufsorientierung, welche auf verschiedenen Lernschritten aufbaut. Der Berufswahlpass kann zur Planung und Strukturierung des weiteren Berufsweges genutzt werden und dabei lebenslang weitergeführt und erweitert werden. Sowohl in Bezug zur Ausbildung als auch zum Studium und späteren Beruf, kann der Berufswahlpass ein hilfreicher Partner sein, die lebenslange Berufsorientierung zu erleichtern (vgl. Berufswahlpass 2021).

…Lehrkräfte

Die Möglichkeit, die Schülerinnen und Schüler durch Einbindung des Berufswahlpasses in die eigene Lehre, in ihrer Berufsorientierung zu unterstützen. Die Lehrkräfte begleiten die Schülerinnen und Schüler ohnehin auf ihrem Weg in die Arbeitswelt, und können diesen Weg durch verschiedene Instrumente verbessern und unterstützen. Die Lehrkräfte erhalten die Möglichkeit, die Schülerinnen und Schüler vorzubereiten, ihre Stärken und Fähigkeiten kennenzulernen, und die gesammelten Informationen gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern zu reflektieren. Zudem erlauben zusätzliche Arbeitsblätter und Vorlagen die nahtlose Einbindung des Berufswahlpasses in den WBS-Unterricht und versorgen somit die Lehrkräfte mit offiziellen und erprobten Arbeitsmaterialien (vgl. Berufswahlpass 2021).

…Eltern

einen grundlegenden Überblick über die Berufsorientierung der eigenen Kinder zu erhalten. Der Berufsorientierungsprozess kann dadurch, passend durch die aktive Unterstützung der Eltern, verbessert werden. Um die Eltern systematisch in diesen Prozess einzubinden, werden im Berufswahlpass auch konkrete Fragen an die Eltern gestellt.

Beispiele hierfür sind:

  • Welche Angebote zur beruflichen Orientierung gibt es innerschulisch und außerschulisch?
  • Wie können Sie Ihr Kind unterstützen, seine Interessen, Stärken und Ziele zu ermitteln?
  • Lassen sich aus dem freiwilligen Engagement/den Freizeit- bzw. Vereinsaktivitäten bestimmte berufliche Interessen ableiten?
  • Wie schätzen Lernbegleiter bei Praktika, Betriebs- oder Praxistagen sowie anderen inner- und außerschulischen Aktivitäten oder Ferienjobs die Stärken Ihrer Tochter/Ihres Sohnes ein?
  • Sind die beruflichen Vorstellungen Ihrer Tochter/Ihres Sohnes realistisch, wenn man die Schulleistungen und den zu erwartenden Schulabschluss mit in Betracht zieht?
  • Welche – auch außerschulisch erworbenen – Bescheinigungen und Unterlagen werden bei der Bewerbung wichtig?

(vgl. Berufswahlpass: Rolle der Eltern, 2021)

Elternkarte

Zudem haben die Eltern Zugriff auf eine Elternkarte. Die Elternkarte fasst kurz und prägnant die wichtigsten Inhalte, Vorteile und Nutzungsmöglichkeiten des Berufswahlpasses zusammen. Auch die Elternkarte wird sowohl digital als auch in gedruckter Form in verschiedenen Fremdsprachen angeboten. Sie dient als Überblick für die Eltern, um den Berufswahlpass schnell zu verstehen und sie bei der Bearbeitung des Berufswahlpasses unterstützen zu können (vgl. Berufswahlpass 2021).

Geheimtipp: Der ProfilPASS

Hinzu kommt zusätzlich ein Angebot der LIS Bremen: Der Profilpass für junge Menschen. Hier wird ergänzend mit dem ProilPASS gearbeitet, um die Stärken und Fähigkeiten der Schülerinnen und Schüler herauszufinden. Auch dieser Pass kann kostenlos sowohl als PDF, als auch als gedrucktes Workbook bestellt werden. Es handelt sich dabei um eine Sammlung von verschiedenen Materialien, welche sich mit der Reflexion von Interessen, Eigenschaften, Stärken und Fähigkeiten der Schülerinnen und Schüler auseinandersetzt. Empfohlen wird hierbei, den ProfilPASS als zusätzliche Reflektion und Auseinandersetzung mit der eigenen Person zu verwenden, und somit den ohnehin schon umfangreichen Berufswahlpass abzurunden (vgl. Lis 2021).

Business Model YOU

Das Business Model YOU ist ein weiteres Instrument, um die Schülerinnen und Schüler in ihrer Berufsorientierung zu unterstützen.

Ähnlich wie der Berufswahlpass und der ProfilPASS, bietet es unterschiedliche Möglichkeiten zur Selbstreflektion, Dokumentation, aber auch zur Zukunftsplanung. Erklärt werden diese durch offiziell bereitgestellte Videos: https://businessmodelyou.com/videos/

Ähnlich wie beim Berufswahlpass, bietet auch das Business Model YOU eine große Auswahl an Versionen und Sprachen an, welche frei heruntergeladen und in den Unterricht integriert werden können. Besonders wichtig ist hierbei das Canvas Modell, welches ideal als Arbeitsblatt im Schulunterricht genutzt werden kann. Die Auswahl der Versionen wurde erst kürzlich um eine deutsche Version erweitert. Auch eine Version für Teams ist verfügbar, welche auch die Gruppenarbeit im Unterricht unterstützen könnte.

Das Business Model YOU bietet Schülerinnen und Schülern also die Möglichkeit...

  • Sich mit der eigenen Person, Interessen und Zielen auseinanderzusetzen
  • Sich mit Kosten & Investitionen ihrer Zeit, im Hinblick auf ihre individuellen Ziele im Klaren zu sein
  • Die Personen in Ihrem direkten Umfeld und Ihre Beziehung zu diesen zu definieren & reflektieren
  • Diese Beziehungen wertzuschätzen
  • ...und vieles mehr!

Vorschlag zur Integration in den Unterricht

Die hier aufgezeigten Instrumente zur Berufsorientierung, sollten den Schülerinnen und Schülern ab der Einführung des WBS-Unterrichts zur Verfügung stehen.

Diese können sowohl Gruppenarbeiten oder Projekte unterstützen, aber auch individuelle Entwicklungen dokumentieren und den Schülerinnen und Schülern somit die Reflektion über einen langen Zeitraum ermöglichen. Der Berufswahlpass sollte so früh wie möglich eingeführt werden, um eine Führung über einen langen Zeitraum zu gewährleisten.

Umso früher sich die Schülerinnen und Schüler mit ihrer eigenen Berufsorientierung auseinandersetzen, desto eher gelangen sie zu persönlichen Entscheidungen und erlernen den Umgang mit dem Instrument zur lebenslangen Berufsorientierung. Das Business Model YOU und der ProfilPASS sollten hierbei nicht auf sich alleine gestellt, sondern integriert in den Berufswahlpass genutzt werden.

Beide eignen sich hervorragend um kurz und knapp, beispielsweise durch das Model Canvas die wichtigsten Informationen über die Schülerinnen und Schüler zu definieren. Sie eignen sich demnach als einzelne Unterrichtseinheiten, Arbeitsblätter, oder auch Gruppenarbeiten (hier link zu Canvas Teams).

Die vorgestellten Instrumente unterstützen demnach die Lehrkraft im Hinblick auf ihren pädagogischen Auftrag und begleiten gleichzeitig die Schülerinnen und Schüler in einer postmodernen Arbeitsgesellschaft, um den Übergang von der Schule in die Arbeitswelt zu erleichtern.


Literaturverzeichnis

- Brüggemann, Tim / Hartkopf, Emanuel / Rahn, Sylvia (2011): Von der diffusen zur konkreten Berufsorientierung: die Ausgangslage der Jugendlichen in der Frühphase der schulischen Berufswahlvorbereitung. Heft 4. DDS – Die Deutsche Schule Heft 4, S. 297- 311.
- Brüggemann, Tim / Driesel- Lange Katja / Weyer Christian (2017): Instrumente zur Berufsorientierung. Pädagogische Praxis im Wissenschaftlichen Diskurs. Münster, New York: Waxmann.
- Brüggemann, Tim / Rahn, Sylvia (Hrsg.) (2020): Berufsorientierung. Ein Lehr- und Arbeitsbuch. Münster u.a.: Waxmann Verlag.
- Bundesinstitut für Berufsbildung (BiBB 2021): Der Berufswahlpass. https://www.berufswahlpass.de.
- Bundesinstitut für Berufsbildung (BiBB 2021): Die Elternkarte. https://berufswahlpass.de/fuer-eltern/elternkarte.
- Business Model YOU (2021). https://businessmodelyou.com.
- Deutsches Institut für Erwachsenenbildung (2021): ProfilPASS. https://www.profilpass.de.
- Landesinstitut für Schule Bremen (LiS 2021): Der Berufswahlpass. https://www.lis.bremen.de/berufswahlpass.