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Digitale Medien im Geschichtsunterricht

Kompetenzerwerb

Bei den Jugendlichen hat die Bedeutung des Internets in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Viele von ihnen verbringen mehrere Stunden am Tag im Internet – sei es über Computer oder Smartphones. Die Ausstattung an vielen deutschen Schulen ermöglicht es, den Computer und das Internet in den Unterricht zu integrieren. Welche Kompetenzen bei der Verwendung von digitalen Medien erforderlich sind, möchte ich nun erläutern: Viele Schülerinnen und Schüler sind zwar im Umgang mit dem Internet vertraut, aber trotz alledem geschieht dies häufig unbedacht. Hinsichtlich schulischer Aufgabenstellungen, die eine Recherche im Internet verlangen, übernehmen Schüler häufig Inhalte und Zitate, ohne diese kritisch zu reflektieren. Die Informationskompetenz gehört daher im Umgang mit den digitalen Medien zu den wichtigsten Kompetenzen. „Informationskompetenz beinhaltet die Fähigkeit, Informationsbedarf zu erkennen, Informationen zu ermitteln und zu beschaffen sowie zu bewerten und effektiv zu nutzen“ [1]. Schülerinnen und Schüler stehen vor der Herausforderung mit der Masse an Informationen umzugehen. Auch bei der Auswahl von Bildern ist es wichtig, dass Schülerinnen und Schüler diese mit einem kritischen Auge betrachten. Die Medienkompetenz umschreibt die Fähigkeit bestimmte Medien für gewisse Lernzwecke zu nutzen. Dazu ist es wichtig, dass Schülerinnen und Schüler sich darüber bewusst sind, wie sie mit der Fülle an digitalen Medien kompetent umgehen. Die Medienkompetenz verlangt aber auch, dass Schüler wissen, wie die Medien benutzt werden, welchen Einfluss diese haben und wie sie beurteilt werden.

Die Lesekompetenz spielt beim Einsatz von digitalen Medien eine elementare Rolle, da sie darauf abzielt, geschriebene Texte zu verstehen und diese kritisch einzuschätzen. Die PISA-Studie definiert die Lesekompetenz „als Fähigkeit […], geschriebene Texte unterschiedlicher Art in ihren Aussagen, ihren Absichten und ihrer formalen Struktur zu verstehen und in einen größeren Zusammenhang einordnen zu können.“ [2]

Einsatzmöglichkeiten von digitalen Medien

Wie oben es bereits ersichtlich wird, ist es von hoher Relevanz, dass Schülerinnen und Schüler sich mit den unterschiedlichen Einsatzmöglichkeiten von digitalen Medien im Unterricht auseinander setzen. Nachfolgend möchte ich kurz einige wenige Einsatzmöglichkeiten von digitalen Medien im Geschichtsunterricht vorstellen.

1. Um Schüler zu einem kritischen Umgang mit Internetquellen anzuregen, könnte mit den sogenannten „Webquests“ im Geschichtsunterricht gearbeitet werden: Dabei behandeln Schülerinnen und Schüler in Einzel- oder Gruppenarbeit Rechercheaufgaben, die aus unterschiedlichen Perspektiven bearbeitet werden. Die Bearbeitung geschieht selbstständig und besteht aus sechs Elementen:


1. Einstieg
2. Aufgaben
3. Materialien
4. Strukturierung
5. Reflexion und Evaluation
6. Präsentation der gefundenen Ergebnisse

Die anschließende Veröffentlichung der Arbeiten und der Ergebnisse kann mit Hilfe von Weblogs gestaltet werden, auf welche ich meinen Schwerpunkt in der vorliegenden Hausarbeit gelegt habe.

Mister wong.png
Diigo.png

2. Das Sammeln und Bewerten von unterschiedlichen Informationen ist ebenfalls eine wichtige Herausforderung des Geschichtsunterrichts. Auch hier kann der Einsatz von digitalen Medien Hilfestellungen leisten. Das „Socialbookmarking“ (siehe Abbildungen rechts) bezeichnet das gemeinsame („social“) Sammeln von Internetlinks ("bookmarking“)im Internet. Es bietet Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, Informationen im Internet zu suchen und diese zu strukturieren. Diese Informationen können sie dann über einen beliebig langen Zeitraum erweitern und als Vorbereitung auf Klausuren oder Hausarbeiten verwenden. Zudem werden hier auch Kompetenzen im Umgang mit Texten trainiert.









3. Der Umgang mit Bildern und Videos wird den Schülerinnen und Schülern auf zwei verschiedene Arten näher gebracht. Einerseits soll den Schülern begreiflich gemacht werden, dass Manipulationen des Bild- und Videomaterials nur sehr schwer erkenntlich sind und daher die Quelle des Materials kritisch überprüft werden muss. Auf der anderen Seite kann die Bearbeitung von Bildern eine Möglichkeit darstellen, wie die Aussagekraft eines Bildes durch einfache Mittel verändert werden kann. Im Geschichtsunterricht eignet sich für die Bereitstellung von Bildern der Online-Fotodienst „Flickr“ (Abbildung unten), der geschichtliche Fotoaufnahmen zur Verfügung stellt und den Benutzern einfache Nutzungsrechte des Materials zuspricht. Anschließend können Schülerinnen und Schüler ein Bild so verändern, das dessen Aussagekraft sich verändert. Dies kann mit Hilfe von kostenlosen Bildbearbeitungsprogrammen wie „gimp“ durchgeführt werden. Es wäre ebenfalls sinnvoll, die Schüler bewerten und begründen zu lassen, ob und warum vereinzelte Fälschung gelungen sind und warum nicht.

Flickr Flickr Beispiele von historischen Fotos


4. Wie bereits erwähnt können Schülerinnen und Schüler ihre erarbeiteten Ergebnisse mit Hilfe von Weblogs präsentieren. Es gibt auch die Möglichkeit mit Hilfe von „Mircoblogs“, wie zum Beispiel „Twitter“, zu arbeiten. Die Schüler suchen ein geschichtliches Thema aus, zu welchem sie eine eigenständige Recherche durchführen. Anschließend wählen sie die am historischen Geschehen beteiligten Personen und formulieren kurze Nachrichten aus deren Perspektive („Tweets“). Damit erwerben die Schülerinnen und Schüler die Fähigkeit sich in eine andere Perspektive hineinzuversetzen. Diese Variante wird als TwHistory-Projekte bezeichnet.


Theoretische Grundlagen zu den Weblogs

Definition von Weblogs

Der Begriff Weblog stammt aus dem Englischen „World Wide Web“ und „Log“ und tauchte erstmals 1997 auf der Website von Jorn Barger auf. Es handelt sich hierbei um eine Website, die regelmäßig aktualisiert wird und deren Beiträge in umgekehrter chronologischer Reihenfolge erscheinen. Weblogs werden zur schnellen Informationsverbreitung und zum Informationsaustausch genutzt. Sie sind mit Internetforen verwand und tauchten erstmals in den 1990er Jahren auf. Damals wurden die Weblogs als „online Tagebücher“ bezeichnet (Przepiorka, 2005). Die Kurzform von Weblog heißt „Blog“, während die Gesamtheit aller Weblogs als „Blogosphäre“ bekannt ist. Das Publizieren in einem Weblog heißt „bloggen“. Sie können Texte, Bilder, Videos oder Audiodateien enthalten. Die Blogger, so werden die Blog-User und die Blog-Besitzer bezeichnet, haben die Möglichkeit, Kommentare zu erstellten Beiträgen zu verfassen, aber sie sind nicht in der Lage ein bestimmtes Thema anzugeben. Zur Fertigung eines Weblogs stehen entsprechende Blog-Softwares zur Verfügung.

Der Begriff „Weblog“ wird dann verwendet, wenn es sich um reine Texteinträge handelt. Der Begriff „Audioblog“ beinhaltet im Gegensatz dazu Sprache und Musik, während man Weblogdarstellungen mit Fotos als „Photoblog“ bezeichnet. Die Kombination von Weblogs und anderen Kommunikationsformen hat schließlich zur Entstehung von „Twitter“ geführt. Die Weblogs werden meistens von Einzelpersonen erstellt, aber manchmal auch von Gruppen [3]. Die Beiträge auf den einzelnen Weblogs sind in der Regel sehr kurz gefasst [4]: Sie beinhalten sehr kurze Textpassagen mit einem Hyperlink, welche auf eine externe Website verweist. Eine Befragung deutscher Blog-Autoren [5] ergab, dass über Internet- und Computerthemen, sowie Kulturthemen bei weitem am häufigsten berichtet wird. Die Ergebnisse im Überblick:


•Internet- und Computerthemen (66%)
•Kultur (59%)
•Politik (26%)
•Medien (26%)
•Kunst (23%)
•Musik (16%)
•Wirtschaft (13%)

Dabei beziehen sich 42% auf andere Beiträge im Internet, während 49% der Autoren persönliche Beiträge erstellen [6]. Zudem führen viele der Autoren eine Art Tagebuch, indem sie auf ihren Weblogs über Persönliche Dinge erzählen. Die Beiträge von Weblogs haben häufig eine subjektive Sichtweise. Im nun folgenden Unterkapitel möchte ich die verschiedenen, technischen Elemente eines Weblogs vorstellen.


Technische Elemente eines Weblogs

Die hier aufgeführten Elemente eines Weblogs sind nicht unbedingt erforderlich, werden aber von vielen Bloggern in ihren Blogs benutzt:
Die Einträge, welche auch als „Postings“ oder „Posts“ bekannt sind, stellen den Hauptbestandteil aller Weblogs dar (siehe Abbildung unten). Hierbei werden die Einträge in antichronologischer Reihenfolge sortiert. Flickr

Belege

Literatur

Abfalterer, E. (2007). Foren, Wikis, Weblogs und Chats im Unterricht. Boizenburg: vwh-Verlag.

Clyde, L. A. (2004). Weblogs-are you serious? The eletronic library 22, no.5 (2004), pp. 390-392.

Deutscher Bildungsserver. (n.d.). Retrieved Juni 06, 2012, from http://www.bildungsserver.de/Informationskompetenz-in-Schulen-6055.html

Kübler, H.D.: PISA und die Medienkompetenz. Warum empirische Begründungen mehr als dringlich sind, in: medien praktisch, 26. Jg. (2002), H.2, S.4-7

Mortensen, T. &. (2002). Blogging thoughts: Personal publication as an online research tool. In Researching ICTs in context, pp. 249-279.

Neuberger, C. (2004, April 23). WEBLOGS & CO.- Partizipation statt Reduktion? onlinejournalismus.de.

Richter, A. &. (2007). Social software- Status quo und Zukunft. Universität der Bundeswehr München: In Technischer Bericht Nr.2007_01.

Schütte, C. &. (2006). Mundpropaganda via Weblog- Neues aus der Blogosphäre-digitale Mundpropaganda via Weblog. In Marketing journal, 39.Jahrgang, pp. 26-27.

Stangl, W. (2006, 12 21). Retrieved from Stangl Taller: http://www.stangl-taller.at/ARBEITSBLAETTER/LERNTECHNIK/Weblogs

Internet

Mittendorfer, Hans (2003). Lerntagebücher? collabor:: Kooperatives Lernen und Publizieren: Lerntagebücher … (Samstag, 13. Dezember 2003, 14:47) http://collabor.f4.fhtw-berlin.de:8080/antville/course/stories/2937/ (04-01-16)

Oravec, J. A. (2003): Weblogs as an Emerging Genre in Higher Education. Journal of Computing in Higher Education . Vol. 14. University of Wisconsin, Whitewater.

Przepiorka, Sven (2005). Definition von Weblogs. http://www.tzwaen.com/publikationen/weblogs-definitionen/ (08-05-05) Universität Hamburg, Sommersemester 2011, Blogs im Bildungskontext http://blogs.epb.uni-hamburg.de/sembib/

Verweise

  1. Deutscher Bildungsserver
  2. Kübel, 2002
  3. Clyde, 2004
  4. Mortensen, 2002
  5. Neuberger, 2004
  6. Neuberger, 2004