Webquest-Methode: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Wiki
(Die Seite wurde neu angelegt: „von Dana Bauer (03.05.2012) == Was ist ein WebQuest? == Unter einem WebQuest ist ein Lehr- bzw. Lernarrangement zu verstehen, welches über das Internet abgeruf…“)
 
Zeile 49: Zeile 49:
  
  
nützliche Links:
+
 
[http://modul-m09.jimdo.com/m09-10/webquest-methode bei educehb.ch]
+
== Literatur ==
 +
 
 +
 
 +
Aplanalp, Christoph S. : Möglichkeiten, Chancen und Grenzen des Lernens mit dem Internet im Vergleich zu traditionellen Aus- und Weiterbildungsformen sowie Auswirkungen auf die Rolle der Lehrkräfte- eine kritische Analyse, 1997.  http://paedpsych.jk.uni-linz.ac.at/paedpsych/NETSCHULE/NETSCHULE LITERATUR/Abplanalp97.html
 +
 
 +
Bescherer, Christine (2007): Mathewebquest. www.bescherer.de/webquests (09.04.2012)
 +
 
 +
Eidgenössischen Hochschulinstituts für Berufsbildung (EHB): Webquests. Der Einsatz der neuen Medien im Unterricht+ Didaktische Begründung der Methode.
 +
[http://modul-m09.jimdo.com/m09-10/webquest-methode bei educehb.ch] (09.04.2012)
 +
 
 +
Gerber, Sonja (2004) : Einführung in die WebQuest-Methode . Überblick für Eilige. www.webquests.de/eilige.html (09.04.2012)
 +
 
 +
Gerber, Sonja (2007) : WebQuests- E-Learning nicht nur für Anfänger.  http://www.e-teaching.org/didaktik/konzeption/methoden/lernspiele/webquest/WebQuest.pdf (09.04.2012)
 +
 
 +
Moser, Heinz: Abenteuer Internet: WebQuests und Lernmodelle.  Verlag Pestalozzianum Verlag. Zürich 2008.
 +
 
 +
 
 +
Schlemmer, Daniela: Gestaltung von Blended Learning unter emotionalen Gesichtspunkten- WebQuest ein geeigneter Ansatz? Ein Beitrag zum E-Learning- Einsatz in der Lehrerbildung. Dr. Kovac Verlag. Hamburg 2011.
 +
 
 +
Vogel, Imke: Möglichkeiten und Grenzen des WebQuest Verfahrens im Geschichtsunterricht der Jahrgangssstufe 11 zum Thema „Ägypten- eine Hochkultur“. Schriftliche Hausarbeit gem § 58 OVP im Rahmen der Zweiten Staatsprüfung für das Lehramt für die Sekundarstufe II. Köln 2004.
 +
 
 +
www.globales-lernen.de/WebQuest (09.04.2012)
 +
 
 +
www.wikipedia.org/wiki/Webquest (09.04.2012)

Version vom 3. Mai 2012, 10:09 Uhr

von Dana Bauer (03.05.2012)

Was ist ein WebQuest?

Unter einem WebQuest ist ein Lehr- bzw. Lernarrangement zu verstehen, welches über das Internet abgerufen werden kann. Das WebQuest wurde 1995 von Bernie Dodge an der San Diego State University entwickelt. Das WebQuest wurde entwickelt um dem herkömmlichen Frontalunterricht entgegenzuwirken. Es lässt sich didaktisch dem Konstruktivismus zuordnen. Die SuS sollen, ausgehend von einer Problemstellung, viel Spielraum haben, ihren Lernprozess selbst zu gestalten. Unterstützend wirken hierbei die Hilfen die zur Problemlösung bereitgestellt werden. Hierdurch werden die entdeckungsorientierten Aktivitäten des SuS gefördert. Wie sich aus dem Wort WebQuest bereits erschließen lässt, handelt es sich in erster Linie um das Recherchieren der Lösungen im Internet („Web“, „Quest“ = „Internetsuche“). Im Mittelpunkt sollen jedoch nicht nur die Antworten stehen, sondern auch die Fragen. Heinz Moser unterscheidet zwischen den kurzfristigen WebQuests und den Langfristigen. Die kurzfristigen WebQuests dienen hauptsächlich dem Zuwachs und der Einverleibung von Wissen und umfassen in der Regel bis zu vier Unterrichtsstunden. Die SuS erarbeiten ihr Thema durch die Suche von Informationen und deren Aufbereitung in Form einer Präsentation. Die langfristigen WebQuests befassen sich mit komplexeren Fragestellungen die einer umfangreicheren Informationsbearbeitung bedürfen. Man könnte jetzt denken, dass die Medien im Zentrum eines WebQuests stehen, aber dies ist nicht der Fall.

„Es geht vor allem darum, Computer und Internet als Werkzeug einzusetzen und unterschiedliche Medien und Quellen zu nutzen und Inhalte zu be- und verarbeiten. Weiter ist ein zentraler Punkt, wie wir Informationen bewerten, wie wir mit anderen arbeitsteilig kooperieren und so gemeinsam zu einem Ergebnis gelangen können, das am Ende des Prozesses in einer zu vereinbarenden Form ( ob als Plakat, Handout, Powerpoint- Präsentation oder als Webseite) präsentiert wird. Und hierbei tritt wieder der Pädagoge als Fachmann in Erscheinung, der das Erarbeitete bewertet und bei Fehlern korrigierend eingreift.“ 

Der Aufbau eines WebQuests

Ein WebQuest ist relativ einfach aufgebaut. Als Kernaufgabe eines WebQuests kann das lösen einer klar definierten Aufgabe innerhalb eines methodischen Gerüsts, der erstellten Webseite des Lehrers, bezeichnet werden. Nach Moser gibt es sechs Gliederungspunkte: Das Thema, die Aufgabenstellung, die Materialien, der Arbeitsprozess, die Präsentation und schließlich die Evaluation. Beginnend mit der Einführung, dem Thema wird zu einer Problemstellung hingeführt. Zu diesem Zweck eignen sich Texte, Rätsel, Filmausschnitte oder Unterrichtsgespräche. Hilfreich ist hierbei die Auswahl eines lebensnahen Themas, um den SuS den Einstieg zu erleichtern. Die SuS sollen motiviert werden, sich aus eigenem Interesse mit dem Thema zu beschäftigen. Die Aufgabenstellung sollte auf das Thema abgestimmt sein. Dodge sieht die Aufgabenstellung als das wichtigste Element im WebQuest. Sie sollte klar formuliert sein aber auch vielseitige Möglichkeiten hinsichtlich der Arbeitsformen der zu verwendenden Medien bieten. Da ein WebQuest zumeist in Gruppen bearbeitet wird, sollte die Aufgabenstellung den einzelnen Gruppenmitgliedern Verantwortung übertragen, die für das Gruppenergebnis relevant sind. Daher sollte sie von den SuS zu bewältigen sein, um motivierend zu wirken. Wichtig ist hierbei, dass das Thema bei den SuS ihr Interesse weckt, es kann an bereits vorhandenes Wissen angeknüpft werden. Die Materialien die zur Lösung der Aufgabenstellung nötig sind, sollten den SuS durch das Internet oder in Form der traditionellen Medien zur Verfügung stehen, welche direkt über das WebQuest zu erreichen sind. Aufgrund der enormen Informationsflut im Netz werden die SuS des Öfteren auch mit „Datenmüll“ konfrontiert. Um Zeit und Nerven zu sparen sollte zudem auf den Einsatz der „alten“ Medien zurückgegriffen werden- ein Besuch in der Schulbibliothek- verhilft dem WebQuest zu zusätzlicher Qualität. Der Arbeitsprozess soll keine genaue Beschreibung hinsichtlich der Vorgehensweise oder der Organisation enthalten, sondern den SuS als Unterstützung dienen hinsichtlich der Planung und Vorgehensweise, wie sie die Aufgabenstellung und das Problem lösen könnten. Hierbei ist die Unterstützung des Lehrers in besonderem Maße gefordert. Zwar steht das selbständige Lernen im Vordergrund doch gerade in dieser Phase sollte der Lehrer dem SuS beratend zur Seite stehen um eine Überforderung bzw. Demotivation auszuschließen. Die gewonnenen Arbeitsergebnisse werden den anderen Teilnehmern in Form einer Präsentation vorgestellt. Im Anschluss folgt die Evaluation. Sie kann als gegenseitige Rückmeldung verstanden werden. Diese kann entweder durch den Lehrer in Form einer Fremdevaluation vorgenommen werden oder durch eine Selbstevaluation. Um einen Selbsteinschätzung vornehmen zu können erhalten die SuS Bewertungsbögen, die Kriterien zur Bewertung enthalten und an denen sie sich orientieren können.


WebQuests als Modelle konstruktivistischen Lernens

Die WebQuests markieren den Übergang von den behavioristischen Vorstellungen hin zu konstruktivistischen und kognitivistischen Konzepte. Im Gegensatz zum Behaviorismus, indem das Lernen als Reaktion der SuS auf Umweltreize erklärt wird, (wodurch der Lernprozess von außen steuerbar ist) versucht man durch den Kognitivismus die inneren Prozesse zu betonen. Die SuS sollen geeignete Verarbeitungsstrategien nutzen um Probleme zu lösen. Nach Baumgartner geht es darum, „richtige Methoden und Verfahren zur Problemlösung zu lernen, deren Anwendung dann erst die (eine oder mehrere) richtigen Antworten ergeben.“ Es geht nicht einfach nur darum, Begriffe nachzuschlagen, sondern um das Entwickeln eigener Suchstrategien um Informationen selbstständig finden zu können. Die Grundlage des Konstruktivismus bildet das selbstgesteuerte Lernen. Dieses selbstständige Recherchieren, Ausarbeiten und Aneignen von Wissen, ermöglicht es den SuS, dass das Wissen langfristiger im Gedächtnis bleibt als bei konventionellen Lernmethoden. Diesem autonomen, selbstgesteuerten Lernen, welches durch den Umgang mit Problemen aufkommt entspricht der Ansatz des WebQuests. Es zeigt sich jedoch, dass sich die Aufgabentypen zumeist dem konstruktivistischen Lernen zuordnen lassen. Hierbei sind die Einflussmöglichkeiten der „richtigen“ Wissensvermittlung des Lehrers stark begrenzt. Der Lehrer agiert nicht mehr als Wissensvermittler sondern als Lernbegleiter. Die SuS nehmen die zentrale Position ein, indem sie das Wissen nicht mehr nur stupide übernehmen sondern sich ihr Wissen selbst konzipieren und von dem Lehrer lediglich Hilfestellungen und Feedback erhalten. Alle Basisannahmen welche in Verbindung mit dem konstruktivistischen Lernmodell gebracht werden können, lassen sich auf das Modell des WebQuest übertragen:

  • Das Erlangen des Wissens bleibt unabgeschlossen. In Form einer Lernspirale können die SuS die Ressourcen der vorhergehenden WebQuests nutzen, verändern und erweitern um daraus eigene Wissenswelten oder Problemlösungen zu entwickeln.
  • Wissen wird individuell und in sozialen Bezügen konstruiert: Die SuS sollen aufgrund ihrer Neugier Interesse an den Aufgabestellungen entwickeln. Aufgrund der sich ergebenden Ergebnisse könnten andere SuS motiviert werden.
  • Lernen ist ein aktiver Prozess: Durch die nicht vorgegebene Wissensbasis sind die SuS dazu aufgefordert aktiv Recherche zu betreiben.
  • Lernen erfolgt in vieldimensionalen Bezügen: Durch das WebQuest entsteht ein multiperspektivisches Lernen; es müssen Bezüge hergestellt werden, Zusammenhänge untersucht und unterschiedliche Medien herangezogen werden.
  • Unterrichtsgestaltung ist vordringlich eine Frage der Konstruktion: nicht die bloße Wiedergabe der Informationen steht im Mittepunkt sondern das Entstehen von Neuem.
  • Lernende erfahren so wenig Aussensteuerung wie möglich: die SuS sollen motiviert werden, selbstständig an den ihnen gestellten Aufgaben zu arbeiten.
  • Lehrende fungieren als Berater oder Mitgestalter von Lernprozessen: Die Hauptaufgabe des Lehrers besteht darin, dem SuS als Berater zur Seite zu stehen.
  • Unterrichtsergebnisse sind nicht vorhersehbar: Das WebQuest ist sehr innovativ. Ein Endprodukt kann nicht genau vorhergesagt werden. Durch immer neue Recherchen kann sich die Zielsetzung im Laufe der Arbeit verändern.

Der Anwendungsbereich von WebQuests

Die Verwendung von Medien ist innerhalb einer Klasse sehr gewinnbringend. Durch den Einsatz der Medien kann der Lehrer den Unterricht lebensnaher und abwechslungsreicher gestalten. Der Einsatz ist weder auf ein bestimmtes Unterrichtsfach beschränkt, noch ist altersabhängig. Zwar müssen Grundfertigkeiten wie Lesen, Informationen aufnehmen und verarbeiten sowie Grundkenntnisse im Umgang mit PC und Internet vorhanden sein, doch die Durchführung eines WebQuest kann bereist in Form eines PrimarWebQuest in der Grundschule erfolgen. Hierfür ist allerdings nötig, dass dies Struktur des WebQuests vereinfacht wird: Beispielsweise darin, dass die SuS lediglich die Rolle des „Forschers“ einnehmen. Auch in der Erwachsenenbildung können die WebQuests eingesetzt werden. Hierbei übernimmt die Lehrkraft die Rolle des „Online-Tutors“ indem sie den Anwender unterstützt und konstruktives Feedback gibt. Es zeigt sich, dass ein WebQuest in allen Jahrgangsstufen eingesetzt werden kann, entscheidend ist lediglich, dass die Lehrkraft das WebQuest auf die entsprechende Zielgruppe und deren Kompetenzen zurechtschneidet.


Vor- und Nachteile des WebQuests

Vorteile eines WebQuests:

In der heutigen Zeit ist der Umgang mit den neuen Informations- und Kommunikationsmedien eine elementare Grundfähigkeit die die SuS erwerben müssen. Durch die didaktische Reduktion der WebQuests lernen die SuS den Umgang mit der enormen Informationsfülle. Somit erlernen die SuS ein eigenes Vorgehen zu entwickeln damit sie sich nicht ziellos im Internet verirren. Durch den systematischen Umgang mit dem Internet erlernen die SuS ganz nebenbei wichtige Internetkompetenzen ohne dass diese im Vordergrund stehen. Neben den Internetkompetenzen erlernen die SuS wichtige Sozialkompetenzen wie die Übernahme von Verantwortung oder Teamfähigkeit. Doch trotz dieser Vorteile, gibt es auch Nachteile des WebQuests:

Nachteile eines WebQuests

Um ein WebQuest erstellen zu können bedarf es neben den pädagogischen Fähigkeiten auch PC-Kompetenzen. Diese müssen zwar nicht speziell sein, dennoch sind auch diese allgemeinen PC-Kenntnisse für manche Lehrkräfte ein unüberwindbares Hindernis. Zudem benötigt man für die Vorbereitung eines WebQuests einen Menge Zeit, die den Lehrkräften oft nicht zur Verfügung steht. Neben unzureichender technischer Ausstattung und unbefriedigendem Internetzugang der Schulen sind es auch oftmals die Lehrkräfte die einem solchen Einsatz neuer Medien kritisch gegenüberstehen. Ob dies jedoch eine Generationenfrage ist oder ob es an fehlenden didaktischen Konzepten liegt, lässt sich nicht genau erörtern.


Literatur

Aplanalp, Christoph S. : Möglichkeiten, Chancen und Grenzen des Lernens mit dem Internet im Vergleich zu traditionellen Aus- und Weiterbildungsformen sowie Auswirkungen auf die Rolle der Lehrkräfte- eine kritische Analyse, 1997. http://paedpsych.jk.uni-linz.ac.at/paedpsych/NETSCHULE/NETSCHULE LITERATUR/Abplanalp97.html

Bescherer, Christine (2007): Mathewebquest. www.bescherer.de/webquests (09.04.2012)

Eidgenössischen Hochschulinstituts für Berufsbildung (EHB): Webquests. Der Einsatz der neuen Medien im Unterricht+ Didaktische Begründung der Methode. bei educehb.ch (09.04.2012)

Gerber, Sonja (2004) : Einführung in die WebQuest-Methode . Überblick für Eilige. www.webquests.de/eilige.html (09.04.2012)

Gerber, Sonja (2007) : WebQuests- E-Learning nicht nur für Anfänger. http://www.e-teaching.org/didaktik/konzeption/methoden/lernspiele/webquest/WebQuest.pdf (09.04.2012)

Moser, Heinz: Abenteuer Internet: WebQuests und Lernmodelle. Verlag Pestalozzianum Verlag. Zürich 2008.


Schlemmer, Daniela: Gestaltung von Blended Learning unter emotionalen Gesichtspunkten- WebQuest ein geeigneter Ansatz? Ein Beitrag zum E-Learning- Einsatz in der Lehrerbildung. Dr. Kovac Verlag. Hamburg 2011.

Vogel, Imke: Möglichkeiten und Grenzen des WebQuest Verfahrens im Geschichtsunterricht der Jahrgangssstufe 11 zum Thema „Ägypten- eine Hochkultur“. Schriftliche Hausarbeit gem § 58 OVP im Rahmen der Zweiten Staatsprüfung für das Lehramt für die Sekundarstufe II. Köln 2004.

www.globales-lernen.de/WebQuest (09.04.2012)

www.wikipedia.org/wiki/Webquest (09.04.2012)