Wie es zum Bau der Berliner Mauer kam: Unterschied zwischen den Versionen

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Version vom 17. Juni 2014, 14:16 Uhr

Name des Moduls

1. Name des Moduls: Unterrichtseinheit mit eigener Narration über den Bau der Berliner Mauer mit Hilfe der Methode des digital storytelling.

Autoren

2. Autoren: Basak Pekdemir, Daniela Schulze, Gözde Cengiz

Klasse und Klassenstufe

3. Klasse und Klassenstufe (in unserem Beispiel): 9. Klasse Hauptschule

Wie viele Stunden umfasst die Ausarbeitung der Aufgabe?

4. Geschätzer zeitlicher Umfang (lediglich bezogen auf die benötigte Arbeitszeit der Schüler/innen im Unterricht) ca. 9 bis 10 Schulstunden

Didaktische Analyse

5. Didaktische Analyse:

Die Themen Ost-West-Konflikt bzw. Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg werden im Fächerverbund Welt-Zeit-Geschichte in der 9. Klasse Hauptschule behandelt. Wichtig ist hierbei, dass die Schüler/innen neben den wesentlichen Ursachen und dem Verlauf des Zweiten Weltkrieges eben auch dessen Auswirkungen auf die gesellschaftlichen und politischen Verhältnisse im Nachkriegsdeutschland aufzeigen können. Des Weiteren sollen die Schüler/innen an diesem Beispiel erkennen, welche mögliche Ursachen und Auswirkungen Kriege mit internationaler Reichweite auszeichnen können. Die ausgewählte Thematik bietet somit auch eine oder mehrere Transfermöglichkeit/en. Hieraus können Grundprinzipien, Probleme und Gesetzmäßigkeiten an der Thematik exemplarisch (Prinzip der Exemplarität) erarbeitet werden.


Im vorliegenden Unterrichtsentwurf sollen die Schüler/innen anhand des Themas Bau Berliner Mauer im Jahre 1961 eine eigene Narration in Form einer Bildergeschichte entwickeln, wobei sie gezielt Fragen an die Geschichte stellen, um die Gründe für den Bau der Mauer bestmöglich darstellen zu können. Diese Fragen sollen dazu dienen, den geschichtlichen Prozess von der Teilung Deutschlands über die Gründe für die Entscheidung des Mauerbaus bis hin zum Baubeginn im Jahre 1961 nachvollziehen zu können. Voraussetzung ist, dass die Schüler/innen wissen, wie sich Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg im gesellschaftlichen und politischen Sinn verändert hat. Als wesentliches Ereignis gilt die Aufteilung Deutschlands in vier Besatzungszonen und die damit einhergehende Teilung in zwei deutsche Staaten, welche u.a. den in dieser Unterrichtseinheit behandelten Bau der Berliner Mauer herbeiführte. Dies dient dazu, die gewandelten Verhältnisse und die Spuren dieser Strukturen in der heutigen Gesellschaft nachvollziehen zu können. Die Thematik des Mauerbaus hat somit seine Berechtigung für die Entwicklung eines Geschichtsbewusstseins bei den Schüler/innen.

Ein grundlegendes Geschichtsbewusstsein soll aufgebaut werden, das Gesellschaften als historisch gewachsen betrachtet. Die Kenntnis und das Verständnis vergangener Epochen fördert die Orientierung im gegenwärtigen und zukünftigen gesellschaftlichen Leben. [1]

Auch nach dem Fall der Mauer im Jahre 1989 und nach der Wiedervereinigung beider deutscher Staaten im Jahre 1990 behält die Thematik auf diese Weise seine Berechtigung. Da ein Geschichtsbewusstsein wichtig für das Verständnis der heutigen Strukturen ist. Des Weiteren sollen die Schüler/innen in die Lage versetzt werden, zu „historischen“ und „politischen […] Konflikten auf regionaler und globaler Ebene Standpunkte einzunehmen“ , was ebenfalls eine geforderte Kompetenz im Bildungsplan für die Werkrealschulen ist. Die Bedeutung des regionalgeschichtlichen Aspekts des Mauerbaus ist in Baden-Württemberg zwar nicht gegeben, aber auf mit Hinblick auf historisches Wissen bezüglich der Bundesebene unabdingbar.

Sachanalyse

6. Sachanalyse:

Der Zweite Weltkrieg (1939-1945) endete am 7./8. Mai mit der bedingungslosen Kapitulation der deutschen Wehrmacht. Kurz vor seinem Selbstmord ernannte Hitler Dönitz als seinen Nachfolger, welcher nach dem Krieg nach Schleswig-Holstein flüchtete und schließlich von den Siegermächten verhaftet wurde. Somit war keine deutsche Regierungsgewalt mehr vorhanden und Deutschland sollte nun in vier Besatzungszonen eingeteilt werden. Die vier alliierten Siegermächte USA, UdSSR, GB und Frankreich übernahmen die oberste Regierungsgewalt und die Verwaltung in ihren jeweiligen Besatzungszonen. Wichtige Bestimmungen für Deutschland wurden auf dem Potsdamer Konferenz getroffen, wobei die wichtigsten Punkte auf Entnazifizierung, Entmilitarisierung, Dezentralisierung und Demontage festgelegt wurden. Bereits während der Verhandlungen wurden die unterschiedlichen Interessen der Siegermächte bezüglich der Reparationszahlungen, der polnischen Westgrenze und der Kontrolle des Ruhrgebietes deutlich. Auch Gebietsabtretungen waren ein zentrales Thema der Besatzungspolitik, da beispielsweise die deutschen Ostgebiete unter sowjetischer bzw. polnischer Regierung gelangen. Die Vertreibung der Deutschen aus den von der polnischen Regierung besetzten deutschen Gebieten östlich der Oder-Neiße-Linie führte dazu, dass schier 14 Millionen Heimatvertriebene in den Westzonen (französische, britische und amerikanische Besatzungszonen) untergebracht wurden. Vor allem wurde die Demontage angestrebt, damit die deutsche Wirtschaftsmacht nicht wiedererstarken konnte. Zudem herrschte aufgrund mangelnder Lebensmittel-, Kleider- und Wohnungsversorgung Not im Nachkriegsdeutschland. Dieser Zustand führte zur Aufblühung des Schwarzmarktes und des Tauschhandels, da diese zum Überleben notwendig waren. Angesichts der miserablen Ernährungssituation in ihren Besatzungszonen und der Gefahr, dass die deutsche Bevölkerung dem Hungertod ausgesetzt war, sahen sich Amerikaner und Briten gezwungen, die wirtschaftliche Notsituation zu stabilisieren. Sie verbündeten sich im Jahr 1946 auf wirtschaftlicher Ebene und gründeten die sogenannte Bizone, um den herrschenden Versorgungsschwierigkeiten entgegenzuwirken. Nachdem die USA Frankreich, die Angliederung des Saarlandes zusprach, wurde Frankreich in die Bizone aufgenommen und diese zur Trizone erweitert.

Die Gründe für den Bau der Berliner Mauer:

1.) Die Währungsreform in den Westzonen im Jahr 1948, führte dazu, dass innerhalb weniger Tage die sowjetische Militärregierung in ihrer Besatzungszone und in Groß- Berlin eine gesonderte Währungsreform einführte. Da die Westmächte nur die Westwährung in Berlin als einziges Zahlungsmittel anerkannten, kam es zu heftigen Diskussionen zwischen den Westmächten und der Sowjetunion, die daraufhin über West-Berlin eine Wirtschaftsblockade verhängte.

--> Verschiedene Währungen führten zur wirtschaftlichen Spaltung Deutschlands.

2.) Die Berliner Blockade: Die sowjetische Besatzungsmacht sperrte für ungefähr ein ganzes Jahr Land- und Wasserwege für den Personen- und Güteverkehr zwischen Westberlin und den Westzonen. Die Westberliner wurden in diesem Zeitraum über eine Luftbrücke mit Lebensmitteln und Kohle versorgt. Die Absicht der Sowjetunion war, die Westmächte dazu zu führen, ihre politischen sowie wirtschaftlichen Verbindungen zu West-Berlin aufzugeben. 3.) Gründung der BRD: Mit der Verkündung des Grundgesetzes am 23. Mai 1949 wurde die Bundesrepublik Deutschland gegründet. Politisch (Europarat), wirtschaftlich (OEEC, EGKS, EWG) und militärisch (EVG, WEU, NATO) gliederte sich die BRD dem Westen an. 4.) Die Gründung der DDR: Im Oktober 1949 wurde die DDR-Verfassung in Kraft gesetzt (Deutsche Demokratische Republik). Von nun an war die eine Spaltung Deutschlands erreicht. Die DDR übernahm die Grundsätze des sozialistischen Internationalismus, weswegen sie keine staatliche Unabhängigkeit besaß. Wirtschaftlich (COMECON, RGW) und militärisch (Warschauer Pakt) gliederte sich die DDR dem Osten an. 5.) Der 17. Juni 1953: Im Jahr 1953 kam es aufgrund schwieriger ökonomischer Verhältnisse zu Unruhen unter der Bevölkerung, insbesondere unter der Arbeiterschaft. Die Ostberliner strebten vor allem nach Freiheit und protestierten auf den Straßen gegen die Erhöhung der Arbeitsnormen. Weiterhin demonstrierten sie gegen die Regierung, die ihnen jegliche Rechte unterband wie z.B. die Meinungsfreiheit. Als Folge emigrierten viele Menschen aus der DDR in die BRD.

--> Diese Gründe führten dazu, dass am 13. August 1961 die sogenannte „Berliner Mauer“ gebaut wurde.

Quelle: Gönner; Krug; Niebhaus: Geschichte mit Gemeinschaftskunde für Berufsschulen. Verlag Gehnen. Bad Homburg vor der Höhe. 1993.

Methodische Analyse

7. Methodische Analyse: Wie ist die Unterrichtseinheit aufgebaut?


Stunden/Thematik bzw. Aufgabenstellung Historische Methodenkompetenz
1+ 2.Stunde: Recherche, Quellenarbeit


  • Hinführung in Form eines Stillen Impulses (Schlagwörter, Bilder)
  • SuS sollen eigene Hypothesen aufstellen, indem sie Vermutungen äußern wie es zum Bau der Mauer kam
  • Arbeitsauftrag in Form von Quellenarbeit. SuS erhalten Materialien und müssen anhand dieser Fragen an die Geschichte stellen
  • SuS sollen Informationen über die Gründe des Mauerbaus herausfinden
  • Anschließend sollen sie die Hypothesen überprüfen und begründen, welche Vermutungen der historischen Sachlage entsprachen und welche nicht
Re-Kronstruktion: Anhand von Quellenarbeit wird die Rekonstruktionskompetenz erweitert und der Umgang mit Materialien wie Karten und Statistiken geschult.
3.+ 4. Stunde: Erstellen eines Storyboards


  • Lehrkraft stellt ein Beispiel vor, wie ein Storyboard aussehen soll
  • SuS entwickeln ihr eigenes Storyboard, indem sie u.a. fehlende Bilder aus den Informationen selbst erstellen und hinzufügen


Zunächst sollen die Schüler/innen anhand des Storyboards der Lehrperson eine Dekonstruktion dieser Bilderreihenfolge vornehmen, um daran beispielhaft den Aufbau eines Storyboards nachvollziehen zu können.

Im Anschluss entwickeln die Schüler/innen in den jeweiligen Gruppen auf der Grundlage ihrer Rekonstruktion (1. + 2. Stunde) eine eigene Narration bzw. Konstruktion in Form einer selbst hergestellten Bildergeschichte. In dieser Phase zeigt sich auch, wie sehr die Schüler/innen dazu fähig sind, Strukturen im Rahmen der Rekonstruktion zu erkennen und welche Strukturierung sie bei ihrer eigenen Narration vernehmen.

5.+ 6. Stunde: Bildergeschichte


  • SuS erstellen ihre eigene Bildergeschichte zur Thematik (mit Hilfe von Playmobil-Figuren), indem sie nachgestellte Szenen fotografieren
7.+ 8. Stunde: PowerPoint (Kenntnisse über PP sind vorausgesetzt)


  • SuS müssen ihre eigenen Fotos in eine chronologische Reihenfolge bringen und durch Hinzufügen von Kommentaren ergänzen
  • Evtl. Präsentation der Ergebnisse (auch 9.+ 10. Stunde)
Im Zuge der Präsentationen soll neben den erarbeiteten Erkenntnissen auf historischer Ebene auch die der historischen Handlungskompetenz angemessene Performance der Schüler/innen deutlich werden.

Bildergeschichte mit Präsantationsprogramm (Power Point)

8. Bildergeschichte mit Präsentationsprogramm (Power Point)


Quellen

Bundeszentrale für politische Bildung:

Bildergalerie: Nachts vor Ort beim Mauerbau? http://www.bpb.de/geschichte/zeitgeschichte/deutschlandarchiv/60853/bildergalerie-nachts-vor-ort-beim-mauerbau

Deutsche Geschichte nach 1945: http://www.bpb.de/geschichte/deutsche-geschichte-nach-1945/

Hertle, Hans-Hermann: Die Berliner Mauer. The Berlin Wall. Monument des Kalten Krieges. Monument of the cold war. Zeitbilder. 4. Auflage. Bundeszentrale für politische Bildung. Bonn 2009. http://www.bpb.de/shop/publikationssuche/?reihe=25&stichwort=&autor=&titel=&bestellnummer=&suchen=Suchen


Übersicht der Landeszentralen für politische Bildung:

http://www.bpb.de/partner/51452/landeszentralen-fuer-politische-bildung


Landeszentrale für politische Bildung in Baden-Württemberg:

Bau der Berliner Mauer – 13. August 1961: http://www.lpb-bw.de/mauerbau.html


Landeszentrale für politische Bildungsarbeit in Berlin:

http://www.berlin.de/lzpb/


Stadt Berlin:

Der Bau der Berliner Mauer: http://www.berlin.de/mauer/geschichte/index.de.html


Das Gedächtnis der Nation: Geschichte wird durch Zeitzeugenaussagen lebendig.

Anhand einer Zeitleiste selbst durch die Geschichte wandeln (unter der Rubrik "Erleben") http://www.gedaechtnis-der-nation.de/erleben

Was das Projekt "Das Gedächtnis der Nation" genau ist:

http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1463392/Das-Gedaechtnis-der-Nation#/beitrag/video/1463392/Das-Gedaechtnis-der-Nation

(ca. bei 26. min: Beitrag zum Bau der Berliner Mauer)

http://www.stern.de/panorama/webprojekt-gedaechtnis-der-nation-unsere-geschichte-ihre-erinnerung-1735493.html

http://www.zeit.de/wissen/geschichte/2011-10/gedaechtnis-der-nation


Weitere Bilder zum Bau der Berliner Mauer:

http://www.google.de/search?q=bau+der+berliner+mauer&hl=de&prmd=imvns&tbm=isch&tbo=u&source=univ&sa=X&ei=L5sPUNyzHumG4gSx1ICIAQ&sqi=2&ved=0CFYQsAQ&biw=1366&bih=530